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Durchbruch beim Schutz des Südpolarmeers

28. Oktober 2016

WWF: „Historische Entscheidung und ein großer Schritt zum permanenten Schutz der Antarktis“ / 1,5 Mio. Quadratkilometer im antarktischen Rossmeer unter Schutz gestellt – allerdings befristet auf 35 Jahre

Tauchende Pinguine © National Geographic Creative Paul Nicklen WWF
Tauchende Pinguine © National Geographic Creative Paul Nicklen WWF

Der Antarktische Ozean erhält mehr Schutz. Die Mitgliedsstaaten der internationalen Kommission zur Erhaltung lebender Meeresressourcen (CCAMLR) einigten sich im Australischen Hobart  darauf, eine riesige Fläche von 1.550.000 Quadratkilometern im Rossmeer besser zu schützen. Die ausgewiesene Zone im Rossmeer bildet die größte geschützte Meeresfläche der Welt und ist so groß wie Frankreich, Deutschland und Spanien zusammen. WWF begrüßt die Ausweisung des Gebiets ausdrücklich, sieht jedoch die zeitliche Befristung der Vereinbarung auf eine Laufzeit von 35 Jahren kritisch.  

 

„Diese historische  Entscheidung markiert einen Wendepunkt für den Schutz der Antarktis und des Südpolarmeers und bringt uns dem permanenten Erhalt dieser letzten Wildnis näher. Die letzten unberührten Meere auf dem Planeten zu schützen, ist nicht nur für die dort heimischen Tierarten wie Pinguine, Robben oder Krill wichtig, sondern erhöht die Widerstandskraft des Ozeans gegen die Veränderungen des Klimawandels“, sagt Stephan Lutter, Meeresschutzexperte des WWF Deutschland.  „Meeresschutz verträgt kein Verfallsdatum. Die eisigen Gewässer um die Antarktis sind Grundlage des dortigen Lebens. Und sie werden zukünftig Rückzugsraum für kälteliebende Arten werden, die Zeit brauchen, um sich an die Erwärmung der Meere anzupassen“.

Nach den Regeln der Weltnaturschutzunion IUCN müssen Meeresschutzgebiete dauerhaft sein. Der WWF ist besorgt, dass die Vereinbarung zum Schutz des Rossmeeres diesen Standard nicht erfüllt und wird in den kommenden Jahren darauf hinarbeiten, dass das Gebiet dauerhaft unter Meeresschutz gestellt wird. „Befristete Regelungen sind Werkzeug des Fischereimanagements, nicht des Meeresschutzes, aber der heute einstimmig gefasste Beschluss hat eine jahrelange Blockade gelöst. Wir sind daher zuversichtlich, dass ein dauerhafter Schutz des Rossmeers, sowie weitere Schutzgebiete im Weddellmeer und der Ostantarktis in den kommenden Jahren möglich werden“, so Lutter.

 

Das Südpolarmeer bedeckt etwa zehn Prozent der Weltmeeresfläche und gehört zu den produktivsten Meeren unseres Planeten. Das massenhafte Krill-Vorkommen ist Nahrungsgrundlage für verschiedene Robben- und Walarten wie Blau-, Finn- und Buckelwale sowie 120 Fischarten. Allein das Rossmeer beheimatet ein Drittel aller Adelie-Pinguine, ein Viertel aller Kaiserpinguine und die Hälfte aller südpazifischen Weddell-Robben. Die EU hat bei der diesjährigen CCAMLR-Tagung einen von Deutschland entwickelten Schutzgebietsvorschlag für das Weddellmeer vorgelegt. Um das vorgeschlagene Schutzgebiet in der Ostantarktis wird seit Jahren verhandelt.

 

Hintergrund:

Der CCAMLR- Beschluss weist für das Rossmeer folgende Schutzzonen aus:

  • 1.117.000 km2 als Schutzzone vor allen Eingriffen
  • 322.000  km2 als Krill-Forschungszone, in der kontrollierter Krill-Fischerei zulässig ist
  • 110.000 km2 als Forschungsgebiet, in dem limitierte Fischerei auf Krill und schwarzen Seehecht erlaubt ist

KONTAKT:

Britta König

Pressestelle

Tel: 040 530 200 318

britta.koenig(at)wwf.de

Twitter: @koenigWWF

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