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Kopf in der Schlinge

21. Oktober 2016

Vereinte Nationen tagen zum Schutz von Schneeleoparden / Studie von WWF und Traffic zeigt Ausmaß der Wilderei

Schneeleopard © R.Isotti A Cambone Home Ambiens / WWF
Schneeleopard © R.Isotti A Cambone Home Ambiens / WWF

New York/Berlin: Mit rund 4.000 Individuen in freier Wildbahn zählt der Schneeleopard zu den seltensten Großkatzen der Welt. Vor allem die illegale Wilderei macht den Tieren zu schaffen. Das Ausmaß der Bedrohung zeigt nun eine Studie von WWF und Traffic: Seit 2008 wurden jährlich jeweils zwischen 221 und 450 Schneeleoparden getötet. Vor allem das Fell erziele auf dem Schwarzmarkt hohe Preise und lande als Statussymbol an den Wänden von wohlhabenden Privatpersonen oder auch von Restaurants. "Wenn wir die Wilderei nicht zügig abbremsen, können wir Schneeleoparden bald nur noch im Zoo bewundern", warnt Stefanie Lang, Leiterin Naturschutz Asien beim WWF Deutschland.

 

Angesichts der ernsten Lage tagt am heutigen Freitag das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) und diskutiert Maßnahmen zum Schutz der Katzen. Zudem haben die Vereinten Nationen für Sonntag den "Tag des Schneeleoparden" ausgerufen. Nach Ansicht des WWF muss die Wildereikrise durch das Entschärfen von Mensch-Tier-Konflikten erfolgen. Laut Studie wird die Mehrheit der Schneeleoparden nicht vorsätzlich für den Verkauf getötet. Nur in rund 21 Prozent der untersuchten Fälle seien die Tiere gezielt zu diesem Zweck gewildert worden. In 55 Prozent der Todesfälle handele es sich bei den Tätern um Landwirte, die ihr Vieh verteidigen oder die Schneeleoparden aus Rache für gerissene Weidtiere töten. Weitere 18 Prozent kommen in Schlingen oder Eisen-Schnappfallen zu Tode, die eigentlich gar nicht ihnen gelten.

 

"Es genügt nicht, Strafen zu erhöhen und durchzusetzen. Wir müssen die Landwirte beim Schutz ihres Viehs unterstützen und sie im Ernstfall auch entschädigen. Nur wenn die Schneeleoparden für die Menschen vor Ort keine Bedrohung mehr sind, haben sie langfristig eine Chance", so Stefanie Lang. Wichtig seien für die Menschen vor Ort demnach praktische Hilfen wie verbesserte Zäune oder Versicherungen, die Einkommensausfälle durch vom Leopard gejagtes Vieh ersetzen. Hilfreich sei auch eine bessere Kenntnis über die Aufenthaltsgebiete von Schneeleoparden, um jene weniger intensiv zu beweiden. Auch anderweitige Anreize, um die Gefahr für die Großkatzen zu verringern, seien sinnvoll. So könnten Hirten in der Mongolei beim WWF Fallen gegen Haushaltsgegenstände eintauschen.

KONTAKT

Immo Fischer

Pressestelle WWF 

Tel: 030-311777-427

immo.fischer(at)wwf.de

Twitter: @ImmoFischer

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