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Schallkanonen bedrohen Korallenriff

18. Oktober 2016

Belize beginnt seismische Untersuchungen am Weltnaturerbe Belize-Barriere-Riff

Das zentralamerikanische Land Belize hat heute bekanntgegeben, seismische Untersuchung zum Ausspüren von Offshore-Ölfeldern in der Karibischen See durchzuführen. Die Explorationsarbeiten mit Schallkanonen sollen in nur einem Kilometer Entfernung vom Weltnaturerbe Belize-Barriere-Riff stattfinden, das von der UNESCO ohnehin als „Welterbe in Gefahr“ gelistet wird.  Der WWF  warnt vor den Gefahren der seismischen Untersuchungen, die Donnerstag beginnen sollen.

 

„Ein Ölunfall innerhalb der Gewässer von Belize wäre eine Katastrophe für das als Weltnaturerbe anerkannte Korallenriff und seine Vielfalt an Lebensformen. Belize setzt hier einen einzigartigen Schatz der Natur aufs Spiel“, warnt Stephan Lutter, Meeresschutzexperte des WWF Deutschland.  Austretendes Öl könnte laut WWF sogar angrenzende Teile des  Mesoamerikanischen Riffsystems, das sich bis nach Mexiko, Guatamala und Honduras erstreckt, in Mitleidenschaft ziehen.   

 

Aber schon die geplanten Explorationsarbeiten bedrohen die empfindliche Meeresnatur. „Die Schallkanonen der  seismischen Tests sind doppelt so laut wie ein startender Düsenjet in 100 Meter Entfernung. Dieser gewaltige Unterwasserlärm kann bei schallempfindlichen Walen und Delfinen bis zur Taubheit führen und stört ihre Kommunikation“, so Lutter.  „Es ist skandalös, dass die  geplanten Schalluntersuchen genau zu der Zeit stattfinden, in der Wale und Walhaie durch die Gewässer wandern.“ Der Lärm einer Schallkanone kann eine Fläche von über 300.000 Quadratkilometer beschallen und in Distanzen bis zu 4.000 Quadratkilometer gehört werden.

 

Vor einem Jahr noch hatte sich Belize verpflichtet, Exploration für Offshore Ölförderung innerhalb des Welterbe-Gebietes zu verbieten. Im Juli hatte die UNESCO Belize aufgefordert die puffernde Schutzzone auszuweiten und das Riff besser zu schützen.

 

In den Küstengewässern von Belize befindet sich das größte Barriere-Riff der nördlichen Hemisphäre. 1400 Tier und Pflanzenarten sind hier beheimatet, darunter bedrohte Meeresschildkröten, Rochen, Haie und Delfine.

 

Der WWF weist darauf hin, dass neben den Meeresbewohnern, auch die an der Küste lebenden Menschen abhängig sind von gesunden Ökosystemen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Hälfte der Bevölkerung von Belize, etwa 190.000 Menschen, arbeitet in Fischerei oder Tourismussektor. Das Belize Barrier Riff bildet die  Grundlage für beide Wirtschaftszweige.

Kontakt:

Britta König

Pressestelle

Tel: 040 530 200 318

britta.koenig(at)wwf.de

Twitter: @koenigWWF

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