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Der Bambusfresser beißt sich durch

05. September 2016

Rote Liste: Großer Panda weniger bedroht / Bestand steigt um 17 Prozent

Pandas @ iStock / Getty Images
Pandas @ iStock / Getty Images

Berlin / Hawaii - Dem Großen Panda geht es besser. Dies ist ein Ergebnis der aktualisierten Version der Roten Liste der bedrohten Arten, die jetzt von der Weltnaturschutzunion (IUCN) in Hawaii vorgestellt wurde. Das Wappentier des WWF gilt zwar nach wie vor als gefährdet, ist aber nicht mehr unmittelbar vom Aussterben bedroht.

 

Letzten Zählungen zufolge leben in freier Wildbahn noch 1.864 Exemplare des Großen Pandas in den Bambuswäldern Chinas. Dies entspricht einem Zuwachs von 17 Prozent gegenüber der vorherigen Bestandsaufnahme. „Die Bären sind noch immer extrem selten, aber die Chancen, dass er sich durchbeißt, sind gestiegen“, erläutert Arnulf Köhncke, Artenschützer vom WWF Deutschland. Der Erfolg sei auf gemeinsame Anstrengungen von Naturschützern und Wissenschaftlern zurückzuführen. Das Überleben der schwarz-weißen Bambusfresser habe sich zu einem chinesischen Prestigeprojekt entwickelt. Schutzgebiete und Wildtierkorridore seien eingerichtet worden und das Bewusstsein für den Pandaschutz gestärkt worden.

 

Für viele andere Tiere und Pflanzen sind die Aussichten weniger positiv. „Für immer mehr faszinierende Tiere klingeln die Alarmglocken. Durch das Verschwinden einzelner Arten ist eine Kettenreaktion vorprogrammiert, am Ende der Todesspirale steht letztlich auch der Mensch“, so der WWF zu den neuen Daten. Besonders besorgniserregend sei die Situation für die Menschenaffen. Hochgestuft wurde der östlichen Flachlandgorilla und der Borneo-Orang-Utan. Damit gelten jetzt alle sechs Menschenaffenarten als bedroht. Vier von ihnen werden sogar als „vom Aussterben bedroht“ aufgeführt.

 

Die Primaten werden durch die Zerstörung ihres Lebensraumes immer mehr in die Enge getrieben. Beim Orang-Utan gefährden Palmöl- und Kautschuk Plantagen, die sich auf Borneo immer stärker ausbreiten. Die Gorillas haben mit Abholzung, dem Abbau von Bodenschätzen und illegaler Jagd zu kämpfen. Zum Östlichen Gorilla zählen zwei Unterarten: der sehr seltene Berggorilla und der Östliche Flachlandgorilla. Nach 16.900 Exemplaren im Jahr 1994 wurden 2015 nur noch 3.800 Tiere gezählt.

KONTAKT

Roland Gramling

Pressestelle

Tel.: 030 311 777 425

roland.gramling(at)wwf.de

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