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Die Schmuggler sind unter uns

09. September 2016

Rekord-Elfenbeinfund in Deutschland / WWF lobt Zoll und Staatsanwaltschaft für entschiedenes Vorgehen

Beschlagnahmtes Elfenbein © Robert Günther / WWF
Beschlagnahmtes Elfenbein © Robert Günther / WWF

Berlin - Deutschland als Drehscheibe des illegalen Wildtierhandels: Nach der Beschlagnahmung von insgesamt rund 1,2 Tonnen Elfenbein aus wahrscheinlich illegalen Quellen in Koblenz sowie auf dem Berliner Flughafen Schönefeld hat der WWF die Arbeit von Zoll und Staatsanwaltschaft gelobt: „Die Behörden haben deutlich gemacht, dass sie Wildtierkriminalität entschieden verfolgen. Das ist ein wichtiges Signal für den Artenschutz“, sagt Arnulf Köhncke, Elefanten-Experte vom WWF Deutschland. „In Afrika werden die Elefanten derzeit im großen Stil getötet. Wer sich daran beteiligt oder den illegalen Handel befeuert soll wissen, dass er früher oder später zur Rechenschaft gezogen wird.“

 

Da Verkauf von Jagdtrophäen illegal und der internationale Handel mit Elfenbein aus Afrika seit 1989 de-facto verboten ist, kommt es laut WWF nun darauf an, Herkunft und Alter der Stoßzähne zu identifizieren. Dabei helfen wird eine vom WWF mitentwickelte Methode, die sogenannte Isotopenanalyse. Durch den chemischen Nachweis bestimmter Elemente in den Stoßzähnen ließen sich genaue Rückschlüsse über Sterbejahr und Herkunftsregion ihrer Träger schließen. „Mithilfe dieser Analysen können wir genau sagen, wo und wann der Elefant gelebt hat. Kein Schmuggler oder Wilderer kann sich dann noch herausreden und behaupten, das Elfenbein stamme aus einer legalen Quelle“, so Arnulf Köhncke. Die Methode helfe daneben auch dabei, Schmuggelrouten zu identifizieren und so den illegalen Elfenbeinhandel zu bekämpfen.

 

Erst vor kurzem wurde der große afrikanische Elefantenzensus (Great Elephant Census) veröffentlicht, der einen dramatischen Rückgang der Populationen konstatiert. Danach ist die Zahl der afrikanischen Savannenelefanten zwischen 2007 und 2014 um fast ein Drittel zurückgegangen – von knapp einer halben Million auf rund 350.000 Tiere. Hauptbedrohung der Dickhäuter ist die Wilderei, die von international agierenden Banden organisiert wird. In Asien gelten Schmuck und Schnitzereien aus Elfenbein als Statussymbol, für die auf dem Schwarzmarkt hohe Preise gezahlt werden. Beispielhaft für die dramatische Entwicklung der afrikanischen Elefanten steht laut WWF das Weltnaturerbe Selous in Tansania. In weniger als 40 Jahren ist die Population der Region um 90 Prozent eingebrochen. Zwischen 1996 und 2014 stammten mehr als 85 Prozent des beschlagnahmten Elfenbeins aus Südtansania und Nordmosambik.

KONTAKT

Immo Fischer

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 427

immo.fischer(at)wwf.de

Twitter: @ImmoFischer

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