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Reste zum Feste

06. Dezember 2017

WWF-Rezepte zaubern aus Lebensmittelresten Leckereien für die Weihnachtszeit.

Plätzchen-Schoko-Traum © Stefanie Wilhelm
Plätzchen-Schoko-Traum © Stefanie Wilhelm

Weihnachtszeit ist Schlemmerzeit. Mit "WWF zum Anbeißen" zaubern Kochfreunde dieses Jahr Leckereien aus Lebensmittelresten, die vermeintlich nur noch für die Tonne taugen. Überreife Bananen kehren in Adventskeksen wieder. Eigelb, das beim Backen übrig bleibt, bildet die Grundlage für hausgemachte Mayonnaisen. Der "Ofenschlupfer" verwandelt altes Brot oder Gebäck in einen süßen Nachtisch. Und aus den Schalen von Mandarinen und Orangen werden im Handumdrehen Gewürze.

 

Tanja Dräger de Teran, WWF-Referentin für Landwirtschaft: "Kochen mit Resten macht kreativ im Kopf, schmeckt und ist ein aktiver Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung." Laut WWF gehen in Deutschland jährlich rund 18 Mio. Tonnen Nahrungsmittel verloren. Über 60 Prozent der Verluste entstehen entlang der Wertschöpfungskette - vom Produzenten bis hin zu Großverbrauchern, wie Gastronomie oder Betriebsküchen. Ungefähr 40 Prozent entfallen auf Privathaushalte.

 

Diese und weitere Restekreationen veröffentlicht der WWF nach und nach auf www.wwf.de/zum-anbeissen. Dort finden sich überdies Ideen, was sich nach den Feiertagen Schmackhaftes aus übrig gebliebenen Schokoweihnachtsmännern oder trockenen Plätzchen zaubern lässt. Alle Rezepte sind in Zusammenarbeit mit der Foodbloggerin Stefanie Wilhelm entstanden.

 

Damit über die Festtage erst gar nicht zu viele Essensreste anfallen, empfiehlt der WWF die Portionen realistisch nach dem tatsächlichen Bedarf zu kalkulieren, auf die richtige Lagerung von Lebensmitteln zu achten und nur mit Liste einkaufen zu gehen.

 

Hintergrund Lebensmittelverschwendung:

Derzeit gehen in Deutschland jährlich über 18 Mio. Tonnen an Lebensmitteln verloren. Pro Jahr werden dafür mehr als 26.000 km² wertvolle landwirtschaftliche Fläche völlig nutzlos bewirtschaftet. Das entspricht der Fläche von Mecklenburg-Vorpommern und Saarland und macht fast ein Drittel des aktuellen Nahrungsmittelverbrauchs der Bundesrepublik aus. Mehr als 45 Mio. Tonnen Treibhausgase werden so zusätzlich ausgestoßen. Über 60 Prozent der Verluste entstehen entlang der Wertschöpfungskette – vom Produzenten bis hin zum Großverbraucher (u.a. Gastronomie, Betriebsküchen). Ungefähr 40 Prozent entfallen auf Privathaushalte.

 

Laut einer Studie des WWF wären 10 Mio. Tonnen der derzeitigen Lebensmittelverluste bereits heute vermeidbar. Dazu braucht es allerdings aus Sicht des WWF eine nationale Strategie mit verbindlichen Reduktionszielen für einzelne Branchen beginnend bei der Produktion über die Verarbeitung bis hin zum Handel und den Großküchen.

 

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und die entsprechenden Sustainable Development Goals (SDGs) der UN formulieren das Ziel, die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren. Dem hat sich Deutschland mit der Unterzeichnung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) verpflichtet. Schon 2012 forderte der Bundestagunter anderem branchenbezogene Zielmarken und eine Strategie zur Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung. Beides steht nach wie vor aus.