Content Section

Letzte Chance für die „Kälbchen der Meere“

08. Februar 2017

Kleinster Schweinswal der Welt steht kurz vor Ausrottung: Vaquita-Bestand auf 30 Tiere eingebrochen.

Vaquita © Tom Jefferson / WWF

Laut aktuellen Bestandsschätzungen ist die Zahl der kleinsten Schweinswale der Welt, der Vaquitas, innerhalb von nur einem Jahr um 50 Prozent auf gerade einmal dreißig erwachsene Tiere eingebrochen. Die Naturschutzorganisation WWF warnt daher, dass die Welt kurz davor steht eine weitere, charismatische Tierart unwiederbringlich zu verlieren. Vaquitas leben ausschließlich im Golf von Kalifornien. Ihre einzige Bedrohung sind Fischernetze, in denen sie unabsichtlich gefangen werden und ertrinken.

 

„Für den Vaquita ist es wenige Sekunden vor Zwölf. Um ein Aussterben noch zu verhindern, brauchen wir ein sofortiges, komplettes und zeitlich unbefristetes Fischereiverbot in seinen letzten Rückzugsräumen“, fordert Stephan Lutter, Meeresökologe beim WWF Deutschland. Entscheidend für den Erfolg eines derartigen Fischereiverbots ist nach Einschätzung des WWF-Experten allerdings ein konsequentes Vorgehen der mexikanischen und US-amerikanischen Behörden gegen den illegalen Fang mit Kiemennetzen auf den Totoaba-Fisch. „Mit Totoabas lässt sich verbotenerweise viel Geld verdienen. Ihre Schwimmblasen werden über die USA nach China geschmuggelt. Sie gelten dort als Delikatesse, für die Liebhaber bis zu 1000 Dollar pro Stück bezahlen. Der Vaquita bleibt dabei auf der Strecke“, warnt Lutter.

 

Vaquitas Marinas, zu Deutsch „Kälbchen der Meere“, verdanken ihren Namen ihrer schwarz-weißen Färbung. Der Rücken der Kalifornischen Golftümmler ist dunkelgrau, während die Seiten heller und die Bauchseite weiß ist. Rund um die Augen haben sie einen schwarzen Ring. Das Maul ist ebenfalls dunkel gefärbt. Sie werden maximal 150 cm groß und 55 Kilo schwer und sind damit noch etwas kleiner als der in Nord- und Ostsee heimische Schweinswal.

 

Die neuen Bestandszahlen wurden mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden im Sommer 2016 erhoben und nach einer umfassenden Datenanalyse vor wenigen Tagen veröffentlicht. Der WWF Deutschland beteiligt sich seit Ende vergangenen Jahres an Notfall- und Sofortmaßnahmen zum Schutz der letzten Vaquitas.

KONTAKT

Roland Gramling

WWF Deutschland

Pressestelle

Tel. 030-311 77 425

roland.gramling(at)wwf.de

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken