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Zwischen Hoffen und Bangen

27. Februar 2017

Nashorn-Wilderei in Südafrika geht leicht zurück / WWF: Lage weiter dramatisch / Mögliche Legalisierung des Horn-Handels schafft zusätzliche Bedrohung

Nashörner in Südafrika © Brent Stirton / Getty Images / WWF
Nashörner in Südafrika © Brent Stirton / Getty Images / WWF

Berlin/Pretoria: Die Wilderei auf Nashörner in Südafrika ist leicht zurückgegangen. Wie das Umweltministerium des Landes am Freitag mitteilte, wurden in 2016 insgesamt 1.054 der Tiere illegal getötet. Damit hat sich die Wilderei in Südafrika zum zweiten Mal in Folge etwas verringert, nach 1.215 Fällen in 2014 und 1.175 in 2015. Der WWF wertet die Entwicklung als positives Zeichen: „Dieser Erfolg ist der intensiven Anti-Wildereiarbeit im Land zu verdanken“, sagt Katharina Trump, Wilderei-Expertin beim WWF Deutschland. „Dennoch kann das unter keinen Umständen als Entwarnung gewertet werden. Über tausend getötete Tiere pro Jahr sind nach wie vor dramatisch und eine existenzielle Bedrohung für afrikanischen Nashörner, der die Bestände langfristig nicht standhalten können.“

 

Derzeit leben noch rund 25.000 Nashörner auf dem afrikanischen Kontinent. Mit über 20.000 Tieren ist Südafrika das mit Abstand wichtigste Nashorn-Land. Als besonders kritisch gilt die Situation der vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner, von denen es afrikaweit nur noch gut 5.000 Individuen gibt, davon knapp 2.000 in Südafrika. Als einen Grund für den erneuten Rückgang der Wilderei nennt die Regierung verstärkte Anstrengungen zum Schutz des Krüger-Nationalparks, Heimat der weltgrößten Population an Breitmaulnashörnern. Ein Zuwachs an Wildereifällen von 38 Prozent wurde demgegenüber in der Provinz KwaZulu-Natal im Osten des Landes registriert, die als zweitwichtigste Region für die Nashörner gilt.

 

Weitere Sorge bereitet dem WWF derzeit ein Gerichtsverfahren in Südafrika, bei dem auf Initiative zweier privater Farmbesitzer eine Klage gegen das Verbot des inländischen Handels mit Nashorn-Horn verhandelt wird. Während das Urteil des Gerichts noch aussteht, hat das Umweltministerium bereits einen ersten Entwurf für mögliche Rahmenbedingungen eines nationalen Handels erarbeitet. Besonders besorgniserregend ist hierbei die Einräumung von möglichen Exporten ins Ausland. Insbesondere in Vietnam und China wird das Horn der Tiere nachgefragt. Es gilt dort in der traditionellen Medizin unter anderem als fiebersenkendes und krampflösendes Heilmittel, wurde in den letzten Jahren aber auch als Mittel gegen Krebs angepriesen und vermehrt als Statussymbol und Investitionsobjekt nachgefragt. Sollte das Handelsverbot fallen, rechnen die Umweltschützer mit erheblichen Schwierigkeiten für die Kontrolle dieses Handels. Zudem würde der legalisierte Handel die Strafverfolgung des illegalen Handels stark erschweren.

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Immo Fischer

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