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Wälder in Flammen

24. Januar 2017

WWF-Studie zeigt katastrophale Auswirkungen von Waldbränden weltweit / Gefährliche Spirale: Klimawandel und Waldverlust heizen sich gegenseitig an

Waldbrände in Indonesien © WWF Indonesien
Waldbrände in Indonesien © WWF Indonesien

Berlin: In Chile wüten auf einer Fläche von mehr als 1.000 Quadratkilometern die größten Feuer seit Jahren. Eine nun vom WWF veröffentlichte Studie zeigt, zu welchem globalen Problem Waldbrände mittlerweile geworden sind. „Weltweit nehmen Häufigkeit und Intensität der Brände zu, mit katastrophalen Folgen für Mensch und Natur“, sagt Susanne Winter, Programmleiterin Wald beim WWF Deutschland. Zwischen 15 und 20 Prozent aller Treibhausgasemissionen gingen mittlerweile auf Waldbrände zurück und heizten den Klimawandel an. Gleichzeitig gehe wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen verloren: Mehr als 80 Prozent der für die Artenvielfalt entscheidenden Regionen wie tropische Wälder seien durch Feuer langfristig in ihrer Existenz gefährdet. Nur etwa vier Prozent aller Waldbrände haben laut WWF natürliche Ursachen wie beispielsweise Blitzeinschlag.

 

„Wir befinden uns in einer gefährlichen Spirale. Der Klimawandel sorgt für mehr Brände und mehr Brände verstärken den Klimawandel. Wir werden aus diesem Teufelskreis nur ausbrechen, wenn wir unsere Art zu Wirtschaften ändern“, so Susanne Winter.

 

Ein besonderes Augenmerk legt die Studie auf Indonesien, wo die letzten großen Brände in 2015 besonders verheerend waren. Als Folge des Klimaphänomens „El Niño“ kam es in Südostasien zu einer starken Trockenheit. Zahlreiche kleinere Brände – häufig gelegt, um neue Plantagen von Rodungsresten zu befreien – gerieten außer Kontrolle und mündeten in einem der schlimmsten Megabrände, die das Land in den letzten Jahrzehnten gesehen hat. Allein durch die Feuer emittierte Indonesien mehr Treibhausgase als Deutschland in zwei kompletten Jahren. Neben den langfristigen Auswirkungen auf das Klima litten auch die Menschen stark und unmittelbar unter den Folgen. Großflächige Rauchschwaden sorgten für Atemwegserkrankungen bei Millionen Menschen und legten die Wirtschaft wochenlang lahm.

 

Die Ursachen für die Zunahme der Waldbrände weltweit liegen nach Angaben des WWF einerseits in den immer größeren Hitzewellen, andererseits in der Entwicklung globaler Märkte. Rohstoffe wie Holz, Palmöl oder Kautschuk würden immer stärker nachgefragt und heizten den Umwandlungsdruck auf die verbliebenen Wälder an. Natürliche Wälder würden stetig durch Brandrodung vernichtet und  meist durch feueranfällige Monokulturen wie zum Beispiel Eukalyptus ersetzt. Einen Ausweg sieht der WWF in einer besseren Vorbeugung. Einerseits müssten mehr natürliche Wälder erhalten bleiben. Andererseits fordern die Umweltschützer, in der Forstwirtschaft auf eine natürliche Vielfalt bei den Baumarten zu setzen und insbesondere auch solche anzupflanzen, die Bränden besser widerstehen. In vielen Regionen fehle es zudem an einer klaren Landnutzungsplanung, die Land-Grabbing durch Waldrodung verhindern könnte.

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