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Russischer Raubkatzen-Zensus

15. Juni 2017

WWF zählt Schneeleoparden: Bestand in Russland stabil, aber weiter gefährdet

Schneeleopard in Russland © WWF Russland
Schneeleopard in Russland © WWF Russland

Berlin: Der WWF hat in Russland die äußerst seltenen Schneeleoparden gezählt. Ergebnis: Insgesamt 43-47 Individuen der Großkatzen liefen den Umweltschützern in die Kamerafallen. Auf Basis dieser Zahlen schätzt der WWF die Gesamtzahl an Schneeleoparden im Land auf 70 Tiere und damit als stabil ein. „Die Schneeleoparden haben sich in Russland behauptet“, freut sich Markus Radday, Fachmann für Großkatzen beim WWF Deutschland. „70 Tiere sind aber immer noch eine sehr geringe Zahl. Wir müssen weiter an ihrem Schutz arbeiten und vor allem die Wilderei stoppen. Sowohl Schneeleoparden fallen ihr zum Opfer, aber auch Bergziegen, ihre wichtigsten Beutetiere.“

 

Der Schneeleoparden-Zensus startete im Januar 2017 und dauerte mehrere Monate an. Gemeinsam mit Partnern brachte der WWF hierzu zahlreiche Kamerafallen im Hauptverbreitungsgebiet in Russland in Stellung. Hierbei handelt es sich um die Republiken Altai, Tuwa und Burjatien, welche allesamt im zentralasiatischen Teil  des Landes liegen. Die Tiere lassen sich anhand ihrer individuellen Fellmusterung auseinanderhalten. Lediglich in vier Fällen gelang das nicht zweifelsfrei, weshalb die Zahl der identifizierten Schneeleoparden zwischen 43 und 47 liegt. „Besonders erfreulich ist, dass wir auch neun Welpen zählen konnten. Das lässt uns hoffen, dass es mit den Leoparden bergauf geht“, so Markus Radday. Einziger Wermutstropfen ist laut WWF die Situation im Osten des Sajangebirges in der Republik Burjatien. Hier wurden lediglich neun der Wildkatzen registriert. Zudem fiel auf, dass es in der Region fast keine Steinböcke  mehr gibt, was das Überleben der Schneeleoparden stark gefährdet.

 

Mit rund 4.000 Individuen in freier Wildbahn zählt der Schneeleopard zu den seltensten Großkatzen der Welt. Vor allem die Wilderei macht ihnen zu schaffen – sowohl auf die Schneeleoparden selber als auch auf ihre Beutetiere. Die Körperteile der Schneeleoparden erzielen hohe Preise auf dem Schwarzmarkt für asiatische Medizin und das Fell landet als Statussymbol an den Wänden wohlhabender Privatpersonen. Die Mehrzahl der Tiere wird laut einer Untersuchung des WWF jedoch nicht vorsätzlich für den Verkauf getötet. Am häufigsten handele es sich bei den Tätern um Landwirte, die ihr Vieh verteidigen oder Rache für gerissene Weidetiere üben. Um solchen Mensch-Tier-Konflikten vorzubeugen hilft der WWF den Viehwirten beim Schutz ihrer Tiere, zum Beispiel durch Zäune.

KONTAKT

Immo Fischer

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 427

immo.fischer(at)wwf.de

Twitter: @ImmoFischer

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