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Koalas auf absteigendem Ast

26. Mai 2017

Lebensraumverlust, Verkehrsunfälle und Chlamydien: WWF-Analyse warnt vor massivem Koala-Sterben in Australien

(c) Martin Harvey WWF

 

Berlin, 26.05.17 Australiens Koalas sind immer stärker bedroht. Straßen- und Siedlungsbau, Waldrodung und Klimawandel machen den Beuteltieren laut einer Analyse des WWF Australiens zu schaffen. Vor allem im Osten des Kontinents und in den dicht besiedelten fruchtbaren Küstenregionen ist die Lage der Koalas prekär. Der WWF rechnet mit durchschnittlichen Bestandsrückgängen um mehr als die Hälfte im Bundesstaat Queensland und um mehr als ein Viertel in New South Wales innerhalb von nur sechs Koala-Generationen. Diese Berechnung ergibt sich aus der Entwicklung der vergangenen zwanzig Jahre und der Prognose für die nächsten zwanzig Jahre.

 

Vor allem in den urbanen Küstenregionen wird es eng für die Koalas. Hier gingen seit 1996 rund 80 Prozent des Bestands verloren. „Der Mensch dringt immer weiter in den Lebensraum der Koalas vor. Wenn ganze Eukalyptuswälder abgeholzt werden, vertreibt man auch die Koalas. Auf ihrer Suche nach einem neuen Zuhause werden die Tiere dann zu allem Überfluss auch noch von Hunden attackiert oder beim Überqueren der Straße vom Auto erfasst“, warnt Dr. Arnulf Köhncke, Artenschutzreferent beim WWF Deutschland. Die Überlebenschance nach solchen Zwischenfällen ist für die Tiere gering: Von den 2000 Koalas, die in den vergangenen Jahren in Tierklinken mit Knochenbrüchen eingeliefert wurden, überlebten nur rund 40 Tiere.

 

Durch die grassierenden Chlamydien-Infektionen in zahlreichen Koala-Beständen verschlimmert sich die Situation zusätzlich. Die Bakterienerkrankung kann bei den Tieren zu Erblindung und Unfruchtbarkeit führen oder sogar tödlich enden.  Kleine Koala-Bestände, deren Lebensraum durch wachsende Städte weiter schrumpft, sind durch diese Infektionen besonders gefährdet. Und als sei das nicht genug, macht auch der Klimawandel den Koalas zu schaffen. Denn dadurch ändern sich Temperatur und Niederschlagsmuster. Das drängt die Koalas in Gebiete, auf der die Gefahrenstufe etwa durch Verkehrsunfälle ohnehin schon deutlich höher liegt.

 

Aktuell bewertet die Internationale Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN den Koala daher als eine „gefährdete“ Tierart.

 

 

KONTAKT

Roland Gramling

WWF Deutschland

Pressestelle

Tel. 030-311 777 425

roland.gramling@wwf.de

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