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Energiepolitisches Mittelalter

04. Oktober 2017

WWF reicht Stellungnahme zur Novelle der Brandenburger Energiestrategie ein

Stromgewinnung aus Braunkohle ist besonders klimaschädlich. 350-Braunkohle-c-i Stock-Getty-Images

Brandenburg greift mit der Aktualisierung seiner Energiestrategie die deutschen und internationalen Klimaziele an. Zu diesem Ergebnis kommt der WWF in seiner Stellungnahme zur Novelle der Energiestrategie. Dazu sagt Michael Schäfer, Leiter des Fachbereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland:

 

„Brandenburg versucht mit der Novelle seiner Energiestrategie eine klimapolitische Rolle rückwärts. Statt 72 Prozent will das Land bis 2030 nur 55 Prozent an CO2-Emissionen einsparen. Das ist gleich in mehrerer Hinsicht hanebüchen. Zum einen fällt Brandenburg damit den gesamtdeutschen Klimazielen in den Rücken. Hier entstehen 13 Prozent der kohlebedingten CO2-Emissionen – für den Klimaschutz im Bund ist Brandenburg somit ein zentraler Faktor für Erfolg oder Misserfolg. Und zum anderen wird ein Rückschritt in Brandenburg auch dazu führen, dass Deutschland seine internationalen Verpflichtungen unter dem Pariser Abkommen sehr wahrscheinlich verfehlen wird.

 

Mit seinem Verharren auf dem schmutzigen Energieträger Kohle riskiert Brandenburg zudem die Gesundheit seiner Bürger und gefährdet den Wirtschaftsstandort, da Kohle über kurz oder lang keine Zukunft hat. Das Festklammern an dem überholten Energieträger ist umso erstaunlicher, als dass Brandenburg viel Potenzial bei der Energiegewinnung aus Sonne und Wind hat. Schon heute hat das Land pro 1000 Einwohner die meisten Wind- und Solarkraftwerke in ganz Deutschland. Doch statt ganz auf die Erneuerbaren zu setzen und sich so zukunftsfähig zu machen, kuschelt die Landesregierung lieber mit der Braunkohleindustrie.

 

Wir fordern die Landesregierung auf, die Kehrtwende ins energiepolitische Mittelalter zu beenden. Als Bundesland mit dem höchsten CO2-Ausstoß pro Kopf in Deutschland trägt Brandenburg eine besondere Verantwortung, der es endlich gerecht werden muss.“  

KONTAKT

Lea Vranicar

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Tel.: 030 / 311 777 467

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