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GroKo fährt Klimaziele vor die Wand

07. September 2017

Agora-Studie: Klimaziele werden drastisch verfehlt /WWF fordert Sofortprogramm

Um die Klimaziele noch zu erreichen, brauchen wir den Kohleausstieg © Andrew Kerr/WWF
Um die Klimaziele noch zu erreichen, brauchen wir den Kohleausstieg © Andrew Kerr/WWF

Deutschland wird seine Klimaziele für das Jahr 2020 noch viel drastischer verfehlen als bisher befürchtet. Eine heute veröffentlichte Studie der Denkfabrik Agora Energiewende hat jetzt ergeben, dass Deutschland statt der zugesagten Treibhausgasminderung von 40 Prozent gegenüber 1990 mit den bisher beschlossenen Maßnahmen nur 30 bis 31 Prozent erreichen wird. Der Projektionsbericht der Bundesregierung war von 33,7 bis 37,5 Prozent ausgegangen. Dazu sagt Michael Schäfer, Fachbereichsleiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland:

 

„Die neue Agora-Studie zeigt: Die Klimaschutzbilanz der aktuellen Regierung verdient nicht mehr als ein Ungenügend. Die nächste Bundesregierung muss in ihren ersten 100 Tagen ein Sofortprogramm Klimaschutz auflegen, in dessen Mittelpunkt die schnelle Abschaltung der Uralt-Kohlekraftwerke steht.

 

International gibt sich die Bundesregierung als große Klimaschützerin, im eigenen Land hat sie den CO2-Ausstoß seit acht Jahren nicht gesenkt. Die Treibhausgase im Verkehr sind gegenüber 1990 sogar gestiegen. Doch anstatt endlich die nötigen Schritte einzuleiten, klammert sich die Regierung an rückständige und schädliche Technologien wie die Kohleverstromung und Verbrennungsmotoren. Bundeskanzlerin Angela Merkel behauptet, wir bräuchten den Diesel, um unsere Klimaziele zu erreichen. Dem widerspricht jetzt sogar das Umweltbundesamt. Mit dem Diesel lassen sich die Klimaziele sicher nicht retten, wohl aber mit einem Kohleausstieg.

 

Die Abkehr von der Kohle muss flankiert werden vom Ausbau der Erneuerbaren, der Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudesektor und einem Systemwechsel bei der Mobilität. Nur so kann Deutschland seine Klimaziele noch erreichen, dem Pariser Klimaabkommen gerecht werden und wirtschaftlich erfolgreich bleiben.“

KONTAKT

Lea Vranicar

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 467

lea.vranicar@wwf.de

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