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Kritik am Kitesurf-Kurs der Landesregierung

13. September 2017

Anlässlich der gestrigen Einigung innerhalb der schleswig-holsteinischen Landesregierung bezüglich des Kitesports im Nationalpark Wattenmeer erklären NABU, Schutzstation Wattenmeer und WWF:

Kitesurfer stört Vogelrastplatz im Wattenmeer © Hans-Ulrich Rösner / WWF
Kitesurfer stört Vogelrastplatz im Wattenmeer © Hans-Ulrich Rösner / WWF

 

Die Naturschutzverbände NABU, Schutzstation Wattenmeer und WWF hatten dem Kompromiss zum Kitesurfen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, der im letzten Jahr entwickelt wurde und an dem die Naturschutzverbände intensiv beteiligt waren, nur unter großen Bedenken zugestimmt. Bereits die in dem 2016 gefundenen Kompromiss vorgesehenen Kite-Gebiete sind sehr groß und in einigen Fällen nur schwer mit den Anforderungen des Vogelschutzes im Nationalpark in Einklang zu bringen. Gleichwohl wollten die Naturschutzverbände dem Kompromiss eine Chance geben und sind gewillt, zusammen mit den Kitern, den Kite-Schulen, den Gemeinden vor Ort, den Nationalparkkuratorien und der Nationalparkverwaltung in der Praxis tragbare Lösungen zu finden. Das gemeinsame Ziel muss es dabei sein, erhebliche Beeinträchtigungen der Nationalparkziele und Störungen der Tierwelt im Wattenmeer durch diese Sportart zu vermeiden.

 

Der Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung hat diesen mühsamen Kompromiss zwischen Naturschutz und Wassersport unnötig in Frage gestellt. Die jetzt veröffentlichten Vorschläge sehen eine Ausweitung von Kitezonen auf drei Kilometer vor und reichen zum Beispiel westlich von Sylt weit in das 1999 eingerichtete Schweinswalschutzgebiet hinein. Angesichts bestehender Wissenslücken erscheint es unsicher, welche Auswirkungen des Kitesurfens auf Meeressäugetiere durch den neuen Zuschnitt der Kite-Gebiete zu erwarten sind.

 

Die Naturschutzverbände lehnen jegliche erheblichen und letztlich rechtswidrigen Beeinträchtigungen des Nationalparks durch menschliche Aktivitäten ab. Das Risiko für solche Beeinträchtigungen wächst jedoch durch die geplanten Erweiterungen. Die Verbände bedauern, dass keine ausreichende und der Sache angemessene Beteiligung bei der von der Landesregierung angestrebten Ausweitung der Kitezonen stattgefunden hat. Daher sprechen sich der NABU, die Schutzstation Wattenmeer und der WWF dafür aus, den im vergangenen Jahr gefundenen Kompromiss beizubehalten und keine Ausweitung von Kitezonen vorzunehmen. Mit dieser Vorstellung werden sich die Naturschutzverbände in das nun folgende Verfahren des Bundesverkehrsministeriums zur neuen Befahrensverordnung einbringen. 

KONATKT:

Britta König

Pressestelle

Tel: 040 530 200 318

britta.koenigwwf.de

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