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Kohle kostet Leben

06. April 2018

Umfrage zum Weltgesundheitstag: Gesundheitsgefahr durch Kohle für viele Grund zum Ausstieg

© WWF
© WWF

Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland sieht Luftverschmutzung und Gesundheitsgefährdung als ausschlaggebende Gründe für den Kohleausstieg. Das hat eine Umfrage im Auftrag des WWF anlässlich des Weltgesundheitstags am 7. April ergeben*. Demnach gaben 22 Prozent der Befragten als zentralen Grund für ein Ende der Kohleverstromung an, dass diese die Luft verschmutze. 13 Prozent sagten, sie gefährde die Gesundheit. Ebenfalls ein Drittel (33 Prozent) gab ihre schädliche Klimawirkung als wichtigsten Grund an.

 

„Kohle macht krank. Die gefährlichen Abgase aus den Kohleschloten heizen unser Klima an und schaden unserer Gesundheit“, sagt Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. „Wir können nicht warten, bis die noch zu gründende Kohlekommission Ergebnisse erarbeitet hat. Mit jedem Tag sammeln sich weitere Schadstoffe und Treibhausgase in unserer Luft und Atmosphäre. Die Regierung muss mit Sofortmaßnahmen gegensteuern.“

 

In Deutschland sind Kohlekraftwerke für rund 3800 vorzeitige Todesfälle im Jahr verantwortlich. 79.000 Asthmaanfälle bei Kindern gehen auf ihr Konto. Und die Kosten dieser Gesundheitsauswirkungen belaufen sich auf 10,5 Milliarden Euro im Jahr, wie Analysen mehrerer Umweltverbände belegen.

 

„Die Bundesregierung muss jetzt einen großen Schritt beim Kohleausstieg gehen. Von 18 Gigawatt schmutziger Braunkohlekraftwerke in Deutschland lassen sich 7 GW zum Jahr 2020 problemlos stilllegen – das hat die Bundeskanzlerin in den Sondierungsgesprächen eingeräumt. Jetzt muss sie endlich handeln“, fordert Schäfer. Das deckt sich auch mit den Wünschen der Befragten:  71 Prozent gaben an, alle Kohlekraftwerke sollten so schnell wie möglich abgeschaltet werden, bzw. die dreckigsten sofort, der Rest bis 2035.

 

„Ein zusätzliches, dringend nötiges Instrument, um die Menschen vor der schädlichen Kohleverstromung zu schützen, besteht darin, CO2 endlich mit einem Preisschild zu versehen. Ein CO2-Mindestpreis von mindestens 25 Euro, eingeführt in mehreren europäischen Ländern, würde besonders alte und dreckige Kohlekraftwerke schnell unrentabel machen. Der Ausstieg aus der Kohle, für den die Menschen in Deutschland berechtigte Gründe sehen, nähme so Gestalt an.“

 

*Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2028 Personen zwischen dem 29.03.2018 und 03.04.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren

KONTAKT

Lea Vranicar

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 467

lea.vranicar@wwf.de

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