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Erstmals Wolf in Belgien

24. Januar 2018

Wissenschaftler beobachten Wölfin in Flandern | Europa braucht grenzübergreifendes Wildtiermanagement

350 Wolf Spur ThinkstockPhotos 155295701
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In Flandern beobachten Wissenschaftler derzeit eine Wölfin aus Deutschland. Es handelt sich um den ersten wilden Wolf in Belgien seit über 100 Jahren. Wird aus der Wolfssichtung eine dauerhafte Rückkehr, wäre Belgien das achtundzwanzigste Land in Europa, in dem der Wolf wieder heimisch wird. Für den WWF zeigt das aktuelle Beispiel, wie wichtig die grenzübergreifende Zusammenarbeit beim Wildtiermanagement ist.

 

"Sieben von zehn Wolfspopulationen in Europa sind länderübergreifend, entsprechend darf das Management nicht an der Grenze enden und muss aus einem Guss sein", so Moritz Klose, Wildtierexperte beim WWF Deutschland. Daher will der WWF mit einem neuen EU-finanzierten LIFE-Projekt namens "Eurolargecarnivores" dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen den Ländern zu verbessern. Im Fokus stehen die großen Beutegreifer Wolf, Luchs, Bär und Vielfraß.

 

Bei dem nach Belgien gewanderten Tier handelt es sich um eine knapp zweijährige Wölfin aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Jungwölfin, die auch unter dem Namen Naya bekannt ist, war 2016von einem Team der Technischen Universität Dresden mit einem Sendehalsband ausgestattet worden. Ihre 700 Kilometer lange Wanderung durch den Norden Deutschlands über die Niederlande nach Belgien kann damit genau nachvollzogen werden. Auf der Suche nach Revier und Partner hat sie im Oktober 2017 ihr Rudel in der Lübtheener Heide verlassen.

 

Ob sich die Wölfin in Belgien langfristig niederlässt, um dort auf einen Partner zu warten, wird sich laut WWF noch zeigen. "Es ist normal, dass junge erwachsene Wölfe lange Strecken auf der Suche nach eigenem Revier und Partner zurücklegen. Nach letztem Stand hält sich das Tier auf einem Militärübungsplatz zwischen Brüssel und Antwerpen auf. In der Regel finden die Tiere sich in solchen vergleichsweise ungestörten und großen zusammenhängenden Gebieten gut zurecht", so Moritz Klose, Wildtierexperte beim WWF.

 

Die Rückkehr des Wolfes stellt Weidetierhalter vor Herausforderungen. Moritz Klose: "Die Erfahrungen aus Deutschland zeigen, wie wichtig es ist, in Belgien jetzt zügig Beratungs- und Unterstützungsangebote für Weidetierhalter zu schaffen. Wölfen muss von Beginn an der Beutezug auf Weidetiere vermiest werden. Weidetierhalter brauchen dazu beim Schutz ihrer Herden finanzielle und fachliche Unterstützung. Dazu zählen geeignete Zäune, gut ausgebildete Herdenschutzhunde, Schulung und Beratung."

KONTAKT

Wiebke Elbe

Pressestelle WWF 

Tel: 030-311777-219

wiebke.elbe(at)wwf.de

twitter.com/ElbeWWF

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