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Klimaschutz rechnet sich

18. Januar 2018

BDI stellt Klimastudie vor/WWF: Klimaschutz fördert Wirtschaftswachstum

Michael Schäfer © WWF
Michael Schäfer © WWF

Eine Klimastudie von Prognos und Boston Consulting Group bestätigt die Wirtschaftlichkeit des Klimaschutzes in Deutschland. Die Studie im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) wurde am Donnerstag in Berlin vorgestellt. Dazu sagt Michael Schäfer, Leiter des Fachbereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland:

 

„Die Studie ist ein wertvoller Diskussionsbeitrag, weil der BDI deutlich macht, dass sich Klimaschutz für Deutschland rechnet. In einem nächsten Schritt sollte der BDI darlegen, mit welchen Maßnahmen die CO2-Einsparziele der Bundesregierung für den Industriesektor gemäß Klimaschutzplan aus seiner Sicht am effizientesten erreicht werden können. Auch die Industrie muss ihren Beitrag leisten und darf die Verantwortung nicht auf andere Sektoren abschieben. Technologieinnovationen kommen außerdem erst ab einem Ziel von 95 Prozent Treibhausgasminderungen bis 2050 so richtig zum Zug. 80 Prozent reichen nicht aus, um den neuen Technologien zum Durchbruch zu verhelfen. Einzig zukunftsfähig – ökologisch, sozial und ökonomisch – ist die emissionsfreie Wirtschaft.

 

Nicht erst seit dem Stern-Report wissen wir, dass die Investitionen in Klimaschutz und Energiewende unbedeutend sind gegenüber den massiven Schäden, die ein weiteres Abwarten und Untätigkeit verursachen würden. Klimafreundliche Investitionen sind auch nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu erhalten, denn sie kurbeln Entwicklung an: Investiert die deutsche Industrie nicht, droht ihr ein Innovation Leakage. Die langfristigen Vorteile von Investitionen für den Industriestandort Deutschland bestätigt nun auch die BDI-Studie. Sie zeigt unter anderem die Chancen für deutsche Exporteure in den wachsenden Klimaschutzmärkten, auf denen Unternehmen ihre Technologieposition stärken können. Ambitionierter Klimaschutz und moderne Wirtschaftspolitik widersprechen sich also nicht, sie gehen Hand in Hand.

 

Dafür ist aber auch die Politik gefragt: Damit sich die Wirtschaft rechtzeitig klimafreundlich macht, braucht sie heute verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen. Ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz wäre dabei ein wichtiger erster Schritt. Um den Wandel möglichst schnell anzustoßen, braucht es daneben eine effektive CO2-Bepreisung. Für Unternehmen und Finanzinstitutionen ist es außerdem unabdingbar, ihre klimabezogenen Risiken zu analysieren und transparent zu machen, um Wertverlusten vorzubeugen.“

KONTAKT

Lea Vranicar

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 467

lea.vranicar@wwf.de

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