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50 Jahre WWF Deutschland: Die Zukunft beginnt heute

Mehr als 1000 Gäste sind am 5. Juni in die Berliner Kalkscheune zu einer einmaligen Gelegenheit zusammen gekommen. Einen ganzen Tag lud der WWF Deutschland unter dem Motto „Die Zukunft beginnt heute“ zu Diskussionen ein und stellte seine Aktivitäten vor: vom Amazonas bis zum Wattenmeer, vom Tigerschutz bis zur Jugendarbeit. 

Eberhard Brandes, WWF-Vorstand, bei seiner Jubiläumsrede © Dirk Laessig / WWF
Eberhard Brandes, WWF-Vorstand, bei seiner Jubiläumsrede © Dirk Laessig / WWF

Wissensstationen informierten über Schwerpunkte und Inhalte der Naturschutzarbeit des WWF. Internationale und deutsche Natur- und Umweltschützer diskutierten mit den Besuchern und berichteten über ihre Projekte. Was macht die Biodiversität am Mekong so besonders schützenswert? Wie interessieren wir die Menschen für den Meeresschutz, warum brauchen wir Nationalparks in Deutschland – und ist das Zwei-Grad-Ziel immer noch zu erreichen? 

Der Panda, Peter Altmaier und der Paradigmenwechsel

„Eine Leistungsschau des Pandas“, nannte es der Tierfilmer und ZDF-Moderator Dirk Steffens, der durch den Tag führte. Bundesumweltminister Peter Altmaier ließ es sich nicht nehmen, die Arbeit des WWF zu loben. „Die Ratschläge des WWF haben der Politik nicht immer gefallen“, sagte der Bundesumweltminister, „aber wir wären ohne sie weiß Gott nicht dort, wo wir heute sind. Dafür vielen Dank.“ Er hob einen Aspekt in der Arbeit des WWF besonders hervor: den Paradigmenwechsel in den Köpfen der Menschen. „Sie haben erreicht, dass ein ganzes Land sich mental verändert hat.“

Peter Altmaier © Jan Pauls / WWF
Peter Altmaier © Jan Pauls / WWF

Mit 50 Pfennig dabei

Natürlich darf an einem Geburtstag auch zurückgeblickt werden. So erinnerte Jürgen Weil, seit 49 Jahren Mitglied des WWF, wie er als 14-jähriger 1964 seinen Monatsbeitrag von 50 Pfennig bei der Bank einbezahlte. WWF-Präsident Detlev Drenckhahn berichtete mit leuchtenden Augen von eigenhändig durchgeführten Vogelzählungen im Wattenmeer.
Auch ein kurzer Hinweis auf die Erfolge des WWF ist gestattet. So hat der WWF Deutschland maßgeblich dazu beigetragen, den Bestand an Tigern in der Amur-Region bei 450 Tieren zu stabilisieren. Im Kongobecken schützt er seit mehr als 20 Jahren den Regenwald und sichert ihn aus den Erträgen eines Umweltfonds für die Zukunft.

In Deutschland habe der WWF mitgeholfen, das das Wattenmeer die höchstmögliche internationale Schutzkategorie hat. An der Mittleren Elbe zeige er seit mehr als zehn Jahren, wie man einen der größten Auenwälder Mitteleuropas renaturieren und zugleich den Hochwasserschutz verbessern kann - ein wichtiger Beitrag gerade in diesen Tagen, in denen ein Rekordhochwasser den Osten und Süden Deutschlands gefährdet.

Vorstand Eberhard Brandes betonte noch einmal, dass der WWF „ganz klar für einen ganzheitlichen Naturschutz steht“. Kernziel sei die Bewahrung der gesamten biologischen Vielfalt als notwendige Existenzgrundlage für uns alle. So sind 1,6 Milliarden Menschen für ihren Lebensunterhalt auf Wälder angewiesen. Allein den Wert der Bestäuber-Insekten für die Landwirtschaft schätzen Wissenschaftler auf mindestens 150 Milliarden Euro pro Jahr. „Wir brauchen die biologische Vielfalt zum Leben. Deshalb setzt sich der WWF aktiv für die Reduzierung des Ökologischen Fußabdrucks ein.“

WWF Jugend kämpft

Jugendliche beim WWF-Festakt © Peter Jelinek / WWF
Jugendliche beim WWF-Festakt © Peter Jelinek / WWF

Auch die Jugend des WWF hatte ihren Platz und Raum an diesem Tag. So skizzierte Lukas Jochum seine Vision für eine vielfältige Welt von morgen: „Wir wollen auch in einer so schönen Welt leben, wie Sie alle sie gehabt haben“, sagte er unter großem Applaus.

Der Panda ist immer noch hungrig, die Ziele sind ambitioniert: Bis zum Jahr 2050 sollen mindestens 20 Prozent der Landfläche (derzeit 13 Prozent) und 30 Prozent der Meere (derzeit 1,6 Prozent) unter Schutz stehen. Um das zu schaffen, müssen noch mehr Menschen erreicht und noch mehr Unterstützer mobilisiert werden. Vor allem aber muss dem Schutz der biologischen Vielfalt ein deutlich höherer Stellenwert eingeräumt werden als bisher.

Die Aktivitäten des WWF Deutschland aus Anlass seines 50. Geburtstages gehen unvermindert weiter. Im Spätsommer wird er mit 1600 Papp-Pandas im Gepäck zwanzig Städte in Deutschland besuchen, um zu informieren und ins Gespräch zu kommen.

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