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85.000 Stimmen für die Urwälder

29. Juni 2006

WWF demonstriert vor dem Bundeskanzleramt für deutsches Urwaldschutzgesetz

 

Frankfurt, 29. Juni 2006-Mit großer Rückendeckung aus der Bevölkerung demonstrierte die Umweltstiftung WWF heute in Berlin vor dem Kanzleramt für ein starkes Urwaldschutzgesetz. Die WWF-Aktivisten hatten die Früchte ihrer letzten Rettungskampagne für die Urwälder Borneos dabei: rund 85.000 Appelle und Kinderpetitionen an Angela Merkel-darunter waren auch rund 5.000 Unterschriften, die die Borneo Orang Utan Survival Foundation (BOS) beisteuerte. Der Anlass der heutigen WWF-Demonstration: In der Nacht auf Freitag, den 30. Juni, soll im Bundestag über einen Entwurf für ein Urwaldschutzgesetz verhandelt werden.

 

 

 

'Wir brauchen in Deutschland ein Gesetz, dass die illegalen Machenschaften der Holzfirmen endlich unter Strafe stellt und so die letzten Urwälder schützt', fordert WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer. Nach Schätzungen des WWF gelangt jedes Jahr allein aus Indonesien illegales Holz im Wert von 150 Millionen Euro nach Deutschland. 'Zurzeit ist es so, das man für das Überfahren einer roten Ampel eine Geldstrafe zahlen muss, man aber völlig ungeschoren davonkommt, wenn man in Deutschland Holz aus illegalen Quellen verkauft', so Griesshammer.

 

 

 

Zusätzlich zu der großen Unterstützung aus seiner Borneo-Kampagne präsentierte der WWF die Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Umfrage: 90 Prozent der Befragten verlangen von der Bundesregierung, den Beitrag Deutschlands an der Vernichtung der letzten Urwälder zu vermindern und Firmen, die in Deutschland illegales Holz anbieten, zu bestrafen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind 91 Prozent bereit, höhere Preise für Holzprodukte zu zahlen.

 

 

 

Der WWF kämpft seit langem für die Rettung der letzten großen zusammenhängenden Regenwälder der Erde - unter anderem auf der indonesischen Insel Borneo, wo die Wälder wie im Zeitraffertempo verschwinden. Die rund 85.0000 Unterstützer fordern die Bundesregierung dazu auf, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das den Handel mit illegal gefälltem Holz in Deutschland strafbar macht. 'Das ist ein enormer Bürgerwille, den sich die Regierung und die Opposition morgen bei der Verhandlung im Bundestag zu Herzen nehmen sollten', sagte Nina Griesshammer bei der Übergabe der Appelle.

 

 

 

Bereits heute sind nach Angaben des WWF 80 Prozent der einstigen Waldfläche der Erde für immer verloren. Eine der Ursachen ist der illegale, sprich: gesetzlich verbotene, Handel mit Holz aus Amazonien, Zentralafrika, Südostasien und Russland. Der WWF schätzt, dass weit mehr als die Hälfte des in Deutschland erhältlichen Tropenholzes aus illegalen Quellen stammt. Der morgige Gesetzentwurf der bündnisgrünen Fraktion sieht vor, dessen Besitz und Handel zu verbieten und die Firmen zu verpflichten, die Herkunft ihrer Hölzer eindeutig nachzuweisen. Illegale Machenschaften umfassen Ernte, Transport, Einkauf und Verkauf von Holz, wenn dabei gegen nationale oder internationale Gesetze verstoßen wird - zum Beispiel indem geschützte Baumarten gefällt, Landrechte verletzt, die Nutzungsrechte am Wald durch korruptes Vorgehen erschlichen oder Zolldokumente gefälscht werden, die Ernte unerlaubt in Schutzgebieten stattfindet und mehr Holz geerntet wird als offiziell erlaubt ist.

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