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Adler im Visier von Giftmischern

01. Februar 2011

WWF bietet 5000 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise

 

Berlin / Mölln - Mindestens vier Seeadler sind in den zurück liegenden Monaten in Schleswig-Holstein Opfer präparierter Giftköder geworden. Nach den jetzt abgeschlossenen Untersuchungen des Berliner Leibniz Instituts für Zoo- und Wildtierforschung ist klar, dass auch der zuletzt aufgefundenen Adler durch das Insektengift Mephinphos ums Leben gekommen ist. Das tödliche Gift ist in Deutschland bereits seit 1990 verboten. Nachdem sich die Fälle auch in anderen Bundesländern häufen, drängt der WWF Deutschland auf rasche Aufklärung. Allein in der Gemeinde Gothendorf in Ostholstein fand man drei verendete Tiere. Um die Todesserie zu stoppen, setzt der WWF eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise aus, die zur Überführung der Täter führen.  

 

Die Giftattacken gefährden eine der größten Erfolgsgeschichten des Artenschutzes in Deutschland. Neben Jagd und Lebensraumverlust machte der massive Einsatz des Pflanzenschutzmittels DDT dem majestätischen Vögeln mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,5 Metern das Überleben schwer. Mitte des vergangenen Jahrhunderts standen die Seeadler fast überall in Europa am Rand des Aussterbens. Erst durch das DDT-Verbot in den 70er Jahren und massive Schutzbemühungen bekam der deutsche Wappenvogel wieder Aufwind. Zuletzt wurden hierzulande rund 650 Brutpaare gezählt. Nach Angaben des WWF hat sich ihre Zahl seit 1980 damit fast verfünffacht.  

 

„Es muss alles getan werden, um den Giftmischern ihr schmutziges Handwerk zu legen“, fordert Sabine Reichle, Naturschutzreferentin beim WWF in Mölln. „Die Vorfälle bedrohen die gemeinsamen Erfolge des Seeadlerschutzes“. Das Umweltministerium in Schleswig-Holstein und der Landesjagdverband haben Strafanzeige gestellt. Es wird vermutet, dass die Täter es nicht gezielt auf Adler abgesehen hatten, sondern ihren Tod in Kauf genommen haben. „Noch immer legen einzelne verantwortungslose Menschen vergiftete Köder aus, um sich Füchse, Krähen oder andere fleischfressende Tiere vom Hals zu halten, die sie als Konkurrenz empfinden“, kritisiert der WWF. Um das Problem in den Griff zu bekommen, ist  man auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle oder die Projektgruppe Seeadlerschutz, Tel. 0431-880 4501 oder mobil 0171 920 6562 entgegen.

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