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SOS Donau: Stoppt die Zerstörung!Petition für den Amazonas Europas

Übergabe der Petition © Goran Safarek / WWF
Übergabe der Petition © Goran Safarek / WWF

Der WWF sammelte mehr als 24.000 Unterschriften gegen die Zerstörung der wertvollste Au entlang der gesamten Donau, das "Kopacki Rit" in Kroatien.

 

Die Unterschriften wurden am 22. März 2012, dem internationalen Tag des Wassers, von Vertreter des WWF an Mirela Holy, der kroatischen Umweltministerin und überreicht. Bis Mitte Mai hätte man eine Entscheidung erwarten können, doch die internationalen Proteste und der Druck des WWF sowie derzeit laufende Untersuchungen des Europäischen Kommission zögern die Entscheidung hinaus. 

 

Unzähligen gefährdeten Arten, wie Seeadler, Schwarzstorch und Donaustör droht das Aus. 50.000 Hektar einzigartige Flusslandschaft am "Amazonas Europas" stehen auf dem Spiel. Sie trocknen aus, wenn die Donau reguliert und in einen toten Schifffahrtskanal verwandelt wird. Die Kanalisierungspläne Kroatiens widersprechen sowohl EU-Recht als auch internationalen Umweltstandards.

Flussseeschwalbe © Goran Safarek
Flussseeschwalbe © Goran Safarek

Die wertvollste Auenlandschaft der gesamten Donau liegt auf kroatischem Gebiet: Im Naturpark Kopacki Rit nahe der Stadt Osijek kommen 300 verschiedene, teils hochgefährdete Vogelarten vor. Dieser natürliche Donauabschnitt im Herzen des "Amazonas Europas" soll reguliert und von der Au abgetrennt werden. Das verhindert den dynamischen Austausch des Wassers zwischen dem Fluss und seinen Auen. Der WWF befürchtet fatale Folgen für die Artenvielfalt und ruft zur Unterzeichnung einer Petition an Kroatiens Umweltministerin Mirela Holy auf. Sie kann das Projekt noch stoppen.

 

Die internationalen Proteste werden die Ministerin darin bestärken, das Regulierungsprojekt nicht zu genehmigen, hofft der WWF. "In den letzten Jahren hat sich Kroatiens Umweltministerium sehr um einen wirksamen Schutz seiner Auen bemüht", lobt WWF-Flussexperte Arno Mohl. So hat Kroatien selbst das Kopacki Rit als Kernzone des internationalen UNESCO-Biosphärenparks "Mur-Drau-Donau" vorgeschlagen, der 2013 eröffnet werden soll.

An diesem Großschutzgebiet haben fünf Länder Anteil. Sechzig Prozent des "Amazonas Europas" liegen jedoch auf kroatischen Flusslandschaften. "Während Kroatien auf internationaler Ebene für den Schutz des Gebietes eintritt, treibt es nun ausgerechnet die Zerstörung deren Kernzone voran", ist Mohl empört.

Geplante Regulierungen an der kroatischen Donau © WWF Österreich

Das Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren, befindet sich derzeit in der entscheidenden Phase. Über Genehmigung oder Ablehnung entscheidet zwar das Umwelt- und Naturschutzministerium, vorangetrieben wird das Projekt aber von Seiten der Wasserwirtschaft – offiziell im Namen der Schifffahrt. Man erwartet sich gute Gewinne aus der Verbauung intakter Flusslandschaften. "Die Umweltministerin darf jetzt keinen Kniefall vor der Wasserbaulobby machen, die wie ein Staat im Staate agiert, und aus reinem Profitinteresse alle Naturschutzbemühungen torpediert", fordert Mohl.

 

Die Kanalisierungspläne Kroatiens widersprechen sowohl EU-Recht als auch internationalen Umweltstandards. Mit der Unterzeichnung des EU-Beitrittsvertrages im Oktober 2011 hat sich Kroatien dazu verpflichtet, seine wertvollen Naturgebiete zu schützen. Nach Meinung des WWF muss die Ministerin das Projekt schon allein aufgrund dieser EU-Verpflichtungen klar zurückweisen.

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