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2°Campus 2012: Was die Zukunft von der Politik will

Was tun, um die Welt vor der Klimakatastrophe zu schützen? 19 Jugendliche haben sich im 2°Campus zusammen mit Wissenschaftlern um die drängendsten Probleme der Welt gekümmert. Ihre Forderungen sind deutlich.

© Dagmar Heene / WWF
© Dagmar Heene / WWF

Ernährung, Wohnen, Mobilität, Energie – beim 2°Campus des WWF geht es um die großen Zukunftsfragen der Menschheit. 19 Schüler zwischen 14 und 19 Jahren haben sieben Monate mit führenden Wissenschaftlern zusammengearbeitet, um Lösungsansätze zu finden, damit das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, erreicht werden kann. Am Montag, den 15. Oktober 2012 übergaben sie ihre wissenschaftlich fundierten Ergebnisse und die daraus abgeleiteten Forderungen in Berlin der Politik.

„Unsere Botschaft ist klar!" Tim Leder erklärt seine Forderungen. © Dagmar Heene / WWF
„Unsere Botschaft ist klar!" Tim Leder erklärt seine Forderungen. © Dagmar Heene / WWF

„Unsere Botschaft ist klar“

„Unsere Botschaft ist klar – wir brauchen gesellschaftliche Veränderung, wir brauchen langfristige Perspektiven“, sagt Tim Leder. Der 18-jährige Aschaffenburger hat sich mit seiner Gruppe um das Wohnen der Zukunft gekümmert. Ergebnis war ein Haus, das Alt- und Neubau verbindet und mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Fast noch wichtiger sind für Tim aber andere Erkenntnisse: „Je tiefer man sich beschäftigt, desto politischer wird die Meinung. Wissenschaftler sollten sich trauen, mehr Anregungen zu geben, was die Politik umsetzen muss.“

 

Die Forderungen der Jugendlichen stecken voller solcher Anregungen. Beim Thema Wohnen forderten die Jugendlichen die Erhöhung der Sanierungsrate von Altbauten in Deutschland um jährlich zwei Prozent. Bei Ernährung und Landwirtschaft braucht es eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2050 und eine Aufklärung der Bevölkerung zu ökologischen und gesundheitlichen Folgen des hohen Fleischkonsums. Die Gruppen Energie und Mobilität forderten ebenfalls eine Senkung der Emissionen, eine höhere Förderung erneuerbarer Energien und deutlich mehr Investitionen in die Forschung, etwa bei der Elektromobilität. „Alles andere wäre unehrlich“, meint Jan Martin. Politik müsse eben zukunftsfähig, nicht marktkonform sein, meint der 15-jährige Enno Gerhard, von der Energiegruppe.

Übergabe an Ingrid Müller vom BMU. © Dagmar Heene / WWF
Übergabe an Ingrid Müller vom BMU. © Dagmar Heene / WWF

„Das ist das, was wir wollen“

„Das ist genau das, was wir vom 2°Campus wollen: Ganz konkrete Ergebnisse, aus denen ganz konkrete Forderungen resultieren“, sagt Marco Vollmar, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Politik und Bildung beim WWF Deutschland. „Auf diese Forderungen der Jugend muss die Politik reagieren.“

 

Die Vertreterin vom BMU, zuständig für Bildung, Ingrid Müller nahm die Vorschläge entgegen und versprach, diese an Minister Altmaier zu übergeben. Manches könne vielleicht umgesetzt werden, manches eher nicht - oder vielmehr noch nicht. „Die Lebenserfahrung sagt mir: Jugendliche sind ja viel weiter als die Politik“, seufzte Müller.

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