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Energie sparen - 10 praktische Tipps für Ihren Haushalt

© Jürgen Matijevic / WWF
© Jürgen Matijevic / WWF

Die Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas verursacht Treibhausgase und trägt zur globalen Erwärmung bei. Dennoch nutzen wir Verbraucher vom gesamten Strom, der weltweit erzeugt wird, nur ein Drittel. Der Rest verpufft nutzlos als Wärme.

 

Daher ist Energie sparen und die Steigerung der Energieeffizienz die wichtigste Energiequelle. Und die einzige, die bares Geld spart. Beispiel ein durchschnittlicher deutscher Vier-Personen-Haushalt: Allein für Strom verbraucht er im Schnitt rund 4.500 Kilowattstunden  (kWh) im Jahr. Diese Menge an Energie ließe sich um 2.000 kWh verringern. Das entspräche einer Einsparung von 1.250 Kilogramm Kohlendioxid (CO2) oder 360 Euro*! Einsparmöglichkeiten beim Heizen und im Verkehr noch gar nicht eingerechnet.

 

Deshalb: Mitgemacht und mitgespart. Dem Klima und dem Geldbeutel zuliebe.

1. Grüner Strom

Der WWF empfiehlt klimafreundlichen Strom aus Sonne, Windkraft, Biomasse und ökologischer Wasserkraft. Dabei entstehen keine Treibhausgase und Sie vermeiden bis zu 2.600 Kilogramm Kohlendioxid (pro durchschnittlichem deutschem Vier-Personen-Haushalt).

 

Seit 1998 können Sie in Deutschland Ihren Stromanbieter frei wählen. Damit können Sie sich gezielt für einen Anbieter entscheiden, dessen Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird. Der WWF verweist in diesem Zusammenhang auf das "ok-power"-Siegel, mit dem Ökostromanbieter ausgezeichnet werden. Informieren Sie sich dazu bei EnergieVision e.V., einem vom WWF mitgegründeten Verein zur Förderung von Nachhaltigkeit und Transparenz in der Energiewirtschaft. Oder schalten Sie gleich um auf Ökostrom.

2. Energieklasse A?

Achten Sie beim Kauf von Elektrogeräten auf die Effizienzklassen A bis G. Dabei steht A für die sparsamsten Geräte und G für reine Verschwendung. Auf Geräte unterhalb von B sollten Sie tunlichst verzichten.  

 

Aber auch bei Geräten der Klasse A gibt es große Unterschiede. So wird zwischen A+ und A++ unterschieden. Da diese Energieklassen keinen direkten Vergleich zwischen einzelnen Geräten erlauben, sollten Sie die Energieverbrauchswerte der Geräte im Auge behalten. Vergleichen Sie mit Hilfe von:

Beispiel: Wenn Sie Ihre alte Kühl- oder Gefrierschrankkombination austauschen, kaufen Sie ein Gerät, das die Energieeffizienzklasse A++ (mit Abtauautomatik) aufweist. So können Sie bei normaler Gerätegröße bis zu 140 Kilogramm CO2 oder 40 Euro pro Jahr einsparen.

3. Abschalten statt Stand-by

Schalten Sie Ihre Geräte ganz aus, denn auch im Stand-by-Modus verbrauchen elektrische Geräte Strom und belasten Ihren Geldbeutel und das Klima erheblich. Im Elektrofachhandel erhalten Sie abschaltbare Steckdosenleisten, die es Ihnen ermöglichen, Fernseher, Stereoanlage oder Drucker den 'Saft' abzudrehen. Schalten Sie Ihren Monitor aus, wenn Sie Ihre Arbeit am Computer längere Zeit unterbrechen oder aktivieren Sie den Schlafmodus, da ein Bildschirmschoner keinen Beitrag zum Stromsparen liefert. Ziehen Sie Ladegeräte nach Gebrauch immer aus der Steckdose, da sie auch Strom abzapfen, wenn Sie nicht in Betrieb sind. Wenn Sie in Urlaub fahren, sollten Sie alle elektrischen Geräte – auch Boiler und Durchlauferhitzer – vom Netz nehmen.

 

Beispiel: In einem durchschnittlichen deutschen Vier-Personen-Haushalt lassen sich so rund 400 Kilowattstunden im Jahr einsparen. Das entspricht 83 Euro und 290 Kilogramm Kohlendioxid.

4. Große Leuchten mit geringem Verbrauch

Verwenden Sie Lampen der Energieeffizienzklasse A, Leuchtdioden (LED), Leuchtstoffröhren und Eneegiesparlampen. Diese Lampen halten sechs bis 15-mal länger als herrkömmliche Glühlampen. Halogenlampen können wir nicht empfehlen, denn sie verbrauchen deutlich mehr Energie als LEDs oder Energiesparlampen. Um die Lebensdauer zu optimieren, müssen Energiesparlampen beim Einschalten abgekühlt sein. Daher sollten Sie Lampen eingeschaltet lassen, wenn die Leuchtpause nur einige Minuten betragen würde.

 

Beispiel: Sie sparen rund 80 Euro und rund 280 Kilogramm Kohlendioxid im Jahr, wenn Sie anstelle von fünf herkömmlichen Glühbirnen fünf Energiesparlampen fünf Stunden pro Tag nutzen.

 

Übrigens: Energiesparlampen (Kompaktleuchtstofflampen und stabförmige Leuchtstofflampen) müssen als Sondermüll entsorgt werden, denn sie enthalten Quecksilber. Daher müssen sie zu geeigneten Sammelstellen für Altgeräte gebracht werden (Wertstoffhof, Schadstoffmobil). Einige Händler, leider nicht alle, nehmen sie kostenlos zurück und entsorgen sie.

5. Jeder Topf findet seinen Deckel

Verwenden Sie beim Erwärmen immer einen Deckel. Kochen ohne Topfbedeckung kostet viermal so viel Energie wie mit Deckel, da sich die Garzeit erhöht. Außerdem sollten Sie bei Elektroherden bereits zehn bis 15 Minuten vor Zubereitungsende die Herdplatten eine Stufe zurückschalten und ein paar Minuten vor Kochende ausschalten.  Verwenden Sie Töpfe mit ebener Topfunterseite, damit die Platte guten Kontakt zum Topf hat. Außerdem sollte der Topf immer passend zur Herdplatte gewählt werden, da der Herd sonst unnötig Wärme verliert.

 

Beispiel: Sie sparen rund 27 Euro und 94 Kilogramm Kohlendioxid im Jahr, wenn Sie bei fünf Kochvorgängen pro Woche den Topfdeckel benutzen.

6. Backofen weise nutzen

Nutzen Sie beim Backen die Restwärme. Ist die erforderliche Temperatur erreicht, schalten Sie den Backofen einfach vorzeitig ab. Heizen Sie den Backofen nicht vor. Außerdem ist die Umluftfunktion effizienter als Unterhitze.

 

Aber: Geben Sie möglichst der Bratpfanne oder dem Schnellkochtopf (für Braten zum Beispiel) den Vorzug gegenüber dem Backofen. Beide sind effizienter.

7. Wasserkocher statt Herdplatte

Erhitzen Sie Ihr Wasser für Tee im elektrischen Wasserkocher (möglichst mit automatischer Abschaltung). Der benötigt weniger Energie als das Erhitzen in einem Topf.

 

Beispiel: Wenn Sie zweimal am Tag Wasser kochen, sparen Sie jährlich 7 Euro beziehungsweise 24 Kilogramm Kohlendioxid.

8. Tun Sie Ihrem Kühlschrank etwas Gutes!

Tauen Sie Ihren Kühlschrank und Ihre Gefriergeräte regelmäßig ab. Das sich sonst bildende Eis zehrt viel Energie. Stellen Sie Ihren Kühlschrank nicht neben Heizkörper, Herd oder Spülmaschine, da er dann zum Abkühlen mehr Energie benötigt. Kühlen Sie nicht zu stark: 6 bis 7 Grad Celsius sind für das Kühlen von Lebensmitteln ausreichend. Gefrierschränke stellen Sie – wenn möglich – in den Keller. Für Gefriertruhen reicht eine Temperatur von minus 18 Grad. 

 

Beispiel: Wenn Sie Ihren Kühlschrank nur auf höchstens 7 Grad Celsius herunterkühlen lassen, sparen Sie gegenüber einer Kühlung auf 5 Grad Celsius rund 15 Prozent Energie, 24 Kilogramm CO2 und 7 Euro jährlich.

9. Energie sparen beim Waschen

Nutzen Sie die Sparprogramme Ihrer Wasch- und Spülmaschine und gebrauchen Sie sie nur, wenn sie voll beladen sind. Dank der verbesserten Waschmittel sind keine Waschtemperaturen über 60 Grad mehr nötig, um saubere Wäsche zu erhalten. Außer bei stark verschmutzter Wäsche können Sie auch problemlos auf die Vorwäsche verzichten. Wenn Sie die Möglichkeit haben, Ihre Wäsche lufttrocknen zu lassen, sollten Sie auf den Wäschetrockner verzichten. Dadurch können Sie jährlich viele Kilowattstunden einsparen. 

 

Beispiel: Sie sparen rund 50 Prozent Energie, wenn Sie Ihre Wäsche mit 40 Grad warmem statt mit 60 Grad heißen Wasser zu waschen. Bei 160 Waschgängen pro Jahr mit 40 statt 60 Grad sowie Verzicht auf Vorwäsche und Trockner können Sie 690 kWh sparen. Vermiedenes CO2: 430 kg. Gespartes Geld: 124 Euro.

10. Spülmaschine voll beladen

Geschirrspüler möglichst voll beladen und mit Sparprogramm (meist "50 Grad eco") laufen lassen; Geschirr nicht vorspülen. Eine sparsame volle Maschine verbraucht weniger Wasser als eine Handspülung. So sparen Sie etwa 160 kWh. Das entspricht 28 Euro oder 98 Kilogramm Kohlendioxid im Jahr.

 

* Berechnung des Energieverbrauchs:

Den Euro-Angaben liegt der Durchschnittspreis von 0,18 Euro pro Kilowattstunde (variiert nach Stromanbieter) zugrunde. Für jede Kilowattstunde verbrauchten Stroms werden rund 630 Gramm Kohlendioxid (CO2) in die Luft geblasen. Alle Angaben sind Näherungswerte.

Allgemeine Hinweise:

* Quelle: ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH.

* Der klimarelevante Emissionsbeitrag bezieht sich immer auf Kilogramm CO2-Äquivalente (inklusive CO2, CH4, N2O).

* Die Emissionsfaktoren entsprechen den aktuellen Werten im CO2-Rechner und beinhalten Emissionen bei der Produktion, der Bereitstellung und der Umwandlung des Energieträgers.

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