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Stand: 05.12.2016

Weniger Gift im Alltag

© Jürgen Matijevic / WWF
© Jürgen Matijevic / WWF

Diese Ideen sollen Ihnen helfen, problematische Chemikalien, wo es geht, zu meiden. Leider sind die Möglichkeiten für Sie als VerbraucherIn, sich durch eine bewusste Lebensführung selbst zu schützen, begrenzt. Denn ständig kommen wir in Produkten des täglichen Lebens mit Substanzen in Kontakt, die sich im Körper für lange Zeit anreichern können, deren Auswirkungen wir noch nicht kennen, oder die bereits als gesundheitsschädlich bekannt sind.

 

Deshalb ist eine Lösung auf politischer Ebene notwendig: Gefährliche Chemikalien müssen erkannt und gegebenenfalls verboten werden. Das EU-Chemikalien-Gesetz REACH zu stärken ist dem WWF darum besonders wichtig, um endlich einen stärkeren Schutz von Umwelt und VerbraucherInnen durchzusetzen.

So können Sie den direkten Kontakt mit schädlichen Chemikalien im Alltag verringern

Kaufen Sie, soweit möglich, ökologisch erzeugte Lebensmittel. Denn diese sind weniger mit Pestiziden belastet, weil deren Einsatz im ökologischen Anbau verboten ist. Und sie enthalten weniger bedenkliche Zusatzstoffe wie zum Beispiel künstliche Konservierungsmittel, Farbstoffe und Aromen.


Waschen oder schälen Sie Obst und Gemüse vor dem Verzehr. So entfernen Sie einen Großteil der auf der Oberfläche haftenden Pestizide.


Vermeiden Sie den Einsatz von Pestiziden in Ihrem Garten. So vermeiden Sie nicht nur den direkten Kontakt mit den Chemikalien, sondern auch die Aufnahme durch den Verzehr selbst gezogener Früchte und Gemüse.


Vermeiden Sie Produkte aus Konservendosen zugunsten von frischen, tiefgefrorenen oder getrockneten Nahrungsmitteln. Oder wenn Konserven sein müssen, dann welche in Gläsern. Dosen sind häufig mit einem Harz beschichtet, aus dem hormonähnliche Schadstoffe wie etwa Bisphenol A in die Nahrung übergehen können. Hormonähnliche Schadstoffe greifen in die körpereigene Hormonregulation ein und können Entwicklungs- und Fortpflanzungsschäden verursachen.


Vermeiden Sie dauerhaftes Haarefärben – insbesondere mit Produkten, auf denen der Hinweis steht: "Kann allergische Reaktionen hervorrufen".


Kaufen Sie für Ihr Baby Nuckelflaschen aus Glas. Viele Nuckelflaschen werden aus dem Kunststoff Polycarbonat hergestellt, daraus kann Bisphenol A in die Milch übergehen und vom Baby aufgenommen werden. Die beste Alternative ist, wenn möglich, das Stillen.


Vermeiden Sie "unnötige" Chemikalien wie Lufterfrischer und WC-Steine. Sie enthalten synthetische Duftstoffe, die Allergien hervorrufen können und sich in Mensch und Umwelt anreichern.


Nutzen Sie umweltfreundliche Reinigungsmittel und Kosmetika. Am besten sind solche aus dem Bioladen. Wenn Sie bei herkömmlichen Produkten bleiben möchten, achten Sie darauf, dass sie kein Triclosan enthalten. Dies ist ein antibakterielles Desinfektionsmittel, das sich in der Umwelt anreichert und bereits in Fisch und Muttermilch nachgewiesen wurde. Zudem können sich synthetische Duftstoffe, die häufig in Reinigern eingesetzt werden, ebenfalls in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichern.

Viele Putzmittel und andere im Haushalt verwendete Chemikalien können Sie ganz einfach (und kostengünstig!) durch umweltfreundliche Varianten ersetzen. So dient z. B.

  • Backpulver als WC-Reiniger und als Backofenreiniger
  • Essig als Haushaltsreiniger
  • Essig und Salz als Topfreiniger
  • Olivenöl als Küchentischpolitur
  • Natron als Bleichmittel für Geschirrtücher

Insbesondere viele Spezialmittel, wie etwa Mikrowellenreiniger, sind völlig unnötig. Sie weisen die gleichen Inhaltsstoffe wie gewöhnliche Putzmittel auf.*

Bevorzugen Sie Seifen, Shampoos und Kosmetika mit natürlichen Duftstoffen. Auch hier können synthetische Duftstoffe vermieden werden, die sich im menschlichen Körper, Tieren und der Umwelt anreichern.

Verzichten Sie auf Weichspüler. Sie enthalten umweltschädliche Tenside, die in der Produktion und Entsorgung viel Strom und Wasser verbrauchen. Statt Weichspüler genügt es z. B:, einen Schuss Essig in die Wäsche zu geben. Das macht die Wäsche weich, der angenehme Geruch kommt dann vom Waschmittel.*

 

Für weiche und angenehm duftende Wäsche hilft das Beilegen von Zitronenschalen. Packen Sie die Zitronenschalen in ein kleines Säckchen und waschen Sie es einfach mit.*

 

Es muss nicht immer der Hochdruckreiniger sein. Bei vielen Arten von Schmutz reichen auch ganz herkömmlich Eimer und das Putztuch aus. Das spart Wasser und Strom!*

Bevorzugen sie Farben, Lacke und Klebstoffe auf Wasserbasis. So verringern Sie den Einsatz von leichtflüchtigen organischen Substanzen, die als Lösungsmittel eingesetzt werden. Sie verschmutzen die Luft, tragen zum Treibhauseffekt bei und können Asthma, Atemwegserkrankungen und sogar Krebs erregen.

Natur statt Chemie: Um Motten zu vertreiben, helfen herkömmliche Mittel aus dem Garten:

  • Pflücken Sie Lavendel, trocknen ihn, füllen ihn in kleine Säckchen und deponieren Sie ihn im Kleiderschrank.*
  • Sollten Sie keinen Lavendel im Garten haben, versuchen Sie ein Stück Zedernholz aufzutreiben. Den Geruch mögen Motten ebenfalls nicht. Wenn nach einigen Monaten der Geruch des Holzes nachlässt, hilft, es mit etwas Schleifpapier abzureiben, sodass es wieder frisch nach Zedern durftet.*

 

Apfelhälften gegen Holzgeruch: Schlechte Gerüche mag niemand. Um beispielsweise lästigen Holzgeruch neuer Möbel loszuwerden, empfiehlt es sich, einen Apfel zu halbieren un dfür drei Tage in den betroffenen Schrank zu legen Durch diese Maßnahme sparen Sie kosten und schonen die Umwelt – verglichen mit dem Kauf von Duftmitteln.*

 

Organgenschalen auf die Heizung für frischen Duft im Schlafzimmer. Besonders in Räumen, in denen man schläft, sollte ein schöner Geruch herrschen. Einen ganz natürlichen und umweltschonenden Geruch bekommen Sie mit Orangenschalen (Bio, natürlich!), die Sie auf die Heizung legen.*

 

Natürliche Fressfalle gegen Silberfischchen: Papiertüte, Zucker und Mehl. Besonders in feuchten Räumen halten sich Silberfischchen gerne auf. Wenn Sie unsere Tipps befolgen und Ihr Schlafzimmer nur wenig heizen, aber vielleicht das ein oder andere Mal vergessen haben, gut zu lüften, kann es ganz schnell zu feucht werden. Streuen Sie über Nacht etwas Zucker un dMehl auf eine Papiertüte und legen diese in Ihr Schlafzimmer. Die kleinen Tiere suchen diese Fressfalle sehr gern auf. Nutzen Sie bei stärkerem Befall Lavendelöl, um das Ungeziefer in die Flucht zu schlagen.*

Für schwangere Frauen und solche, die es werden wollen, gelten diese Tipps ganz besonders, da die hormonähnlichen Schadstoffe gerade in die verschiedenen hormonell gesteuerten Phasen der Embryonalentwicklung negativ eingreifen könnten. Für sie gilt: In dieser Zeit sollte der Konsum von fetthaltigen Nahrungsmitteln wie fettes Fleisch auf ein geringes Maß gesenkt werden, da diese in der Regel mehr organische Schadstoffe enthalten als pflanzliche Nahrungsmittel.

Umweltfreundliche Alternativen zur Pflege von Holzmöbeln

Verwenden Sie zur Reinigung der Oberflächen von Echtholzmöbeln abgekühlten schwarzen Tee. Bei hellen Holzflächen achten Sie unbedingt darauf, ihn nicht zu lange ziehen zu lassen.*

 

Eichenholz sieht fast wie neu aus, wenn Sie es mit warmem, farblosem Wachs einreiben, dem Sie einen Esslöffel Zucker hinzugeben. Sobald das Möbelstück trocken ist, einfach noch einmal nachpolieren.*

 

Wenn Sie Nussbaummöbel besitzen, stauben Sie diese gut ab und wischen Sie sie im Anschluss mit Milch ab. Mit einer anschließenden Politur stellt das die perfekte Pflege dar.*

 

Eine unverdünnte 1:1-Mischung aus Leinöl und Zitronenöl beseitigt blinde Flecken auf Ihren Holzmöbeln. Hinterher gut nachpolieren!*

* Diesen und weitere Tipps finden Sie im e-Book "123 praxisnahe Umwelttipps" 

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Tel.: 030 311777-700

Fax: 030 311777-199

 

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