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Sommertipp: Gutes Grillen will gelernt sein

Von der richtigen Grillkohle über den Anzünder bis zum Fleisch – auch beim Grillen kann die Umwelt geschützt werden.

Ein Blick auf die Einkaufliste für einen gemütlichen Freiluft-Abend mit Freunden: Grillkohle, Grillgut, Grillanzünder. Und was kann man dabei für die Umwelt tun? Einiges! Der WWF gibt wertvolle Tipps fürs ökologische Grillen.

© agrarfoto.com / WWF
© agrarfoto.com / WWF

Das Feuer:

Statt Holzkohle aus Tropenwald-Raubbau zu verwenden, empfiehlt der WWF, beim Kauf der Grillkohle auf das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) zu achten. Das FSC-Siegel ist das einzige internationale Zertifikat, das gewährleistet, dass alle Rohstoffe aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen. FSC-Holzkohle ist in sehr vielen Baumärkten, Supermärkten und an Tankstellen erhältlich. Und dem Geldbeutel schadet es nicht: Die Ökokohle ist nicht teurer als Produkte ohne Nachhaltigkeitsgarantie. „Die richtige Grillkohle zu kaufen tut keinem weh“, so Johannes Zahnen, Forstexperte beim WWF. Er ist sich sicher: „Für sein gegrilltes Steak will doch niemand unnötig Wälder abfackeln.“

Auch bei der Wahl des Grillanzünders kann auf die Umwelt geachtet werden. Zum Anfeuern empfiehlt der WWF, statt übel riechender chemischer Brandbeschleuniger einen Kaminanzünder zu verwenden. Dieser ist auf Basis nachwachsender Rohstoffe aus reiner Holzfaser mit Wachs getränkt. Bei der Herstellung werden keine chemischen oder synthetischen Komponenten benutzt. Der Anzünder ist unter anderem im Baumarkt zu finden, und mit etwas brennendem Papier bringt man die Kohle sehr schnell zum Glühen. Die positiven Nebeneffekte: Die im Holz befindlichen ätherischen Öle riechen angenehm und halten Insekten fern.

© Bernd Lammel / WWF
© Bernd Lammel / WWF

Leckereien mit Öko-Biss

Beim Grillgut sollte der Verbraucher sehr genau hinausschauen. Der Tipp vom WWF: Auf Bio-Siegel achten und auf Produkte aus der Region zurückgreifen. Brasilianisches Rindfleisch zum Beispiel muss nicht sein: Die Vernichtung der Amazonas-Wälder in Brasilien geht zu rund 70 Prozent auf die Umwandlung in endlose Weideflächen für Rinder zurück. Und die Soja-Industrie rückt nach, übernimmt die Weideflächen und drängt wiederum die Rinderfarmer weiter in den Regenwald. Soja wird in Europa zum größten Teil als Futter für Mastvieh verwendet – und damit wieder für die Fleischproduktion.

Ein bewusster oder geringerer Fleischkonsum in Europa kann daher wichtige Signale senden: Muss es unbedingt ein brasilianisches Steak sein? Will ich wirklich ein Schweineschnitzel aus der Massentierhaltung – und damit höchstwahrscheinlich aus Sojafütterung? Oder bevorzuge ich Fleisch aus regionaler Bio-Haltung? Komme ich gar mit weit weniger Fleisch aus? Gemüse wie zum Beispiel Auberginen oder Paprika, beträufelt mit etwas Öl und Gewürzen ist gegrillt besonders schmackhaft. Exotische Rezepte mit gegrilltem Obst und Gemüse und speziellen Marinaden werden immer beliebter.

Bei der richtigen Fischauswahl hilft der WWF-Fischführer. Bei Fisch sollte außerdem auf das Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) geachtet werden. Das Logo garantiert: Dieser Fisch wurde umweltverträglich gefangen.

Das Drumherum

Perfektioniert wird der Öko-Grill mit dem passenden Grillzubehör: Fleisch, Fisch, Gemüse und Kartoffeln sind auf Bratplatten aus Metall oder Speckstein besonders gut aufgehoben. Wer die Köstlichkeiten sorgfältig aufspießt und über dem Feuer dreht, sorgt am besten dafür, dass das Grillgut nicht verkohlt oder in die Glut fällt. Austretendes Fett sollte nicht in die Glut geraten, da der entstehende Rauch giftige Substanzen enthalten kann.

Viel Spaß und guten Appetit beim umweltfreundlichen Grillen!

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