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Mit Kompost züchten Sie Kraftstoffe für Ihren Garten

© Donné Beyer / WWF
© Donné Beyer / WWF

In der Wildnis herrscht der ewige Kreislauf: Pflanzen und Tiere leben von der Erde und werden nach ihrem Tod ebenfalls zu Erde. Im Garten ist dieser Kreislauf unterbrochen. Meist betreiben wir dort eine klassische Ausbeutung: Wir ernten nur, ohne etwas zurückzugeben. Auch die Säcke voller Torf, mal eben schnell aus dem Baumarkt herangekarrt, können hier keinen Ausgleich schaffen.

 

Aber Kompost kann es! Er schließt den unterbrochenen Stoffkreislauf im Garten. Er düngt, verbessert und locker den Boden durch natürliche Humus- und Pflanzennährstoffe. Und aktiviert das Bodenleben.

 

Kompost kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Zusammengesetztes". Je vielseitiger die kompostierbaren Stoffe sind und je besser sie untereinander vermischt wurden, um so wertvoller wird die Komposterde.

Was ist Kompost? Ein hochwertiger Humus, entstanden aus verrotteten organischen Bestandteilen, umgelagert, verdaut und ausgeschieden von unzähligen Regenwürmern und anderen fleißigen Kleinlebewesen.

 

Wie entsteht Kompost? Wenn ausreichend organisches Material unter genügend Wärme, Feuchtigkeit und Sauerstoff verdichtet wird. Dann erzeugen bestimmte Bakterien durch ihre Aktivität Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius.

 

Was darf kompostiert werden? Gartenabfälle wie Laub, Gras oder Baumschnitt. Küchenabfälle wie Obst- und Gemüsereste, Kaffee- und Teesatz, Eierschalen. Aber auch verbrauchte Blumenerde, Mist, Haare, Holzspäne oder Stroh. Wichtig: Je öfter immer wieder Lagen mit Erde oder Gesteinsmehle dazwischen geschichtet werden, desto rascher läuft der Rottevorgang ab. Es genügt aber auch, bereits reifen Kompost mit seinen unzähligen Lebewesen einfach dorthin zu schichten, wo es noch viel zu vertilgen und kompostieren gibt. Die Mischung macht's!

 

Wie viel Platz braucht man? Schon eine herkömmliche Kompostkiste mit rund einem Kubikmeter reicht. Professionelle Komposter schaffen Platz für das Sammeln des Kompostgutes, den aufgesetzten Kompost und den reifen Kompost. Das macht drei Kisten.

 

Kompost kann man aber auch als so genannte Miete, also ohne Begrenzung, aufschichten. Hierfür braucht man zwar etwas mehr Platz, dafür kommt man an den Kompost leichter mit der Schaufel heran.

 

Wann ist der Kompost reif? Wenn Sie mit organischen Hornmehlen und anorganischen Gesteinsmehl schichtweise nachgeholfen haben, könne Sie bereits nach wenigen Monaten Kompost ernten. Überlassen Sie die Verrottung weitgehend den Kleinlebewesen und schichten Sie nur wenig um, können sie frühestens nach etwa einem Jahr ihre neue Erde verteilen.

 

Mit einem einfachen Trick können Sie übrigens vor dem Herausschaufeln des Komposts feststellen, ob er schon reif ist: Füllen Sie eine flache Schale mit Ihrer Komposterde. Streuen Sie Kressesamen darüber, drücken Sie sie fest und befeuchten sie. Stellen Sie sie hell bei 15 bis 25 Grad. Entwickeln sich am fünften oder sechsten Tag die ersten zarten, grünen Blättchen, dann ist die Komposterde reif. Fallen die Pflänzchen aber um oder werden sie gelb, ist der Kompost noch roh und noch nicht als Pflanzerde geeignet.

 

Wie wird der Kompost ausgebracht? Optimal ist einen dünne Schicht von wenigen Zentimetern pro Jahr, die einfach auf den Boden aufgebracht wird. Anschließend mit organischem Material, etwa Grasschnitt oder Blätter, abdecken (mulchen). Reife Komposterde also nie nackt auf dem Boden liegen lassen. Die kleinen Kompostbewohner würden den Temperaturgegensatz zwischen Tag und Nacht und eine rasche Austrocknung nicht überstehen.

 

Ist Ihr Kompost noch grob, können Sie auch kleine Haufen in Ihrem Garten ausbringen, kleine Energiezentren sozusagen. In wenigen Wochen haben Ihre Gartenbewohner die kleinen Hügel ganz natürlich "kleingemacht".

 

In jedem Fall schließen Sie mit der Kompostausbringung Ihren Garten wieder an den Kreislauf des Lebens an. Sehr zur Freude ihrer tierischen Gartenbewohner. Die Regenwurmkinder bekommen neue Betätigungsfelder, die Amseln Ihres Gartens eine leckere Ergänzung ihrer Speisekarte.

 

Und Sie bekommen bald die Erfolge Ihres Tuns zu sehen. Kompost ist für viele Pflanzen – zum Beispiel Tomaten – der reine Turbodünger! Vor allem aber: Sie werden Spaß auf mehr bekommen. Denn, Kompostieren macht süchtig!

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