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Stand: 03.04.2014

Wie kommt der WWF zu den verschiedenen Bewertungen?

Die Wildfisch-Bestände und die Aquakulturen wurden jeweils mit einer Methode der Seafood Choices Alliance bewertet, einem Dachverbund mehrerer Umweltverbände. Die Methoden werden ständig weiter entwickelt, um sicherzustellen, dass sie stets auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand sind. Die Informationen für die Bewertung der einzelnen Fischereien wurden von Fischereiwissenschaftlern im Auftrag des WWF aus anerkannten Quellen zusammengetragen. Zur Qualitätssicherung werden die Bewertungen von mindestens einem weiteren Experten geprüft.

Stachelmakrelen © Cat Holloway / WWF-Canon
Stachelmakrelen © Cat Holloway / WWF-Canon

Die aktuelle Methode zur Bewertung von Wildfischereien wurde von Fischereiwissenschaftlern des Thünen-Instituts begutachtet und deren Vorschläge sind weitgehend eingearbeitet worden. In einigen Punkten unterscheiden sich die Ansichten. Zum Beispiel legt der WWF bei der Bestandsbewirtschaftung andere Maßstäbe als das Thünen Institut an. Als besonders positiv gilt für den WWF, wenn die Bewirtschaftung eines Bestandes sicherstellt, dass seine Biomasse nicht unter die BMSY (der Mittelwert der Biomasse, der den maximalen nachhaltigen Dauerertrag – MSY - liefert) fällt. Eine Fluktuation um diesen Wert - also auch eine zeitweilige Unterschreitung - entspricht nach Ansicht des WWF nicht der besten Praxis für ein nachhaltiges Fischereimanagement. Mehr Informationen zur Bewertungsmethode für Wildfischereien finden Sie hier.

Bei der Bewertung von Wildfischereien werden Informationen zum Zustand der Fischbestände sowie zu den Umweltauswirkungen und dem Management von Fischereien berücksichtigt. Die Informationen stammen aus den wissenschaftlichen Daten der Fischereimanagementbehörden (zum Beispiel vom Internationalen Rat zur Meeresforschung, ICES, für den Nordost-Atlantik) sowie aus wissenschaftlichen Publikationen. Bei der Bewertung von Aquakulturen werden unter anderem Herkunft und Verbrauch von Futter, der Einsatz von Chemikalien und Medikamenten, die Auswirkungen der Zucht auf die umgebende Umwelt sowie die Regulierung dieser Auswirkungen betrachtet.

Wenn für die eindeutige Bewertung der Auswirkungen einer Fischerei nicht genügend Informationen zur Verfügung stehen wird das Vorsorgeprinzip angewendet und vom „worst case“ (ungünstigster Fall) ausgegangen, um das Risiko der negativen Auswirkungen einzuschätzen. Für Fischereien, wie Grundschleppnetzfischereien, die nachweislich negative Auswirkungen auf wertvolle Lebensräume haben können, sollte für eine bessere Bewertung belegt sein, dass ein entsprechendes Management diese Umweltauswirkungen ausreichend minimiert. Eine positiv zu bewertende Maßnahme wäre beispielweise die Einrichtung von Schutzgebieten für wertvolle Lebensräume, in denen schädigendes Fanggeschirr nicht eingesetzt wird. Alle Bewertungen werden regelmäßig auf Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse aktualisiert.

Angaben über die Herkunft (Fanggebiet) und Produktions- und Fangmethode der Arten sind den Informationen entnommen, die der Handel den Verbrauchern bereitstellt.

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