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Empfehlungen zum Fleischeinkauf

Der „Flächen-Fußabdruck“ und der „Soja-Fußabdruck“ unserer sehr fleischbetonten Ernährung sind sehr hoch und mit negativen Folgen für die Umwelt verbunden. In den 50er Jahren lag der deutsche Fleischverzehr pro Kopf unter 30 kg – ungefähr die Hälfte dessen was wir heute essen: Gut 60 kg pro Person und Jahr. Das ist mehr als ein Kilo pro Woche!

Im Hofläden, wie dem Hofladen auf Gut Ogrosen, werden kleinere Betriebe mit einer flächengebundenen Viehwirtschaft unterstützt. © Bernd Lammel / WWF
Im Hofläden, wie dem Hofladen auf Gut Ogrosen, werden kleinere Betriebe mit einer flächengebundenen Viehwirtschaft unterstützt. © Bernd Lammel / WWF

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt aus gesundheitlichen Gründen 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche – weniger als die Hälfte der heute durchschnittlich konsumierten Menge. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, bei der häufiger zu Gemüse und Getreideprodukten statt zu Fleisch gegriffen wird, kann daher einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Regenwäldern und anderen artenreichen Naturräumen leisten.

Fleischregal im Supermarkt: Die ökologische und nachhaltige Viehwirtschaft trotz Bio-Boom bis dato nur eine Nische. Wir Verbraucher haben es in der Hand, das zu ändern. © agrafoto.com / WWF
Fleischregal im Supermarkt: Die ökologische und nachhaltige Viehwirtschaft trotz Bio-Boom bis dato nur eine Nische. Wir Verbraucher haben es in der Hand, das zu ändern. © agrafoto.com / WWF

Oder wie wäre es mit einem ersten Schritt: Einfach einmal die Woche ohne Fleisch? Die Devise könnte also lauten: Sich selber und der Natur was Gutes - iss weniger und dafür besseres Fleisch. Darüber rät der WWF zu einem bewussten Fleischeinkauf und empfiehlt lieber zu Fleisch zu greifen, dessen Herstellung die Umwelt so wenig wie möglich belastet. Dazu gehört grundsätzlich Fleisch, das nach den Kriterien des EU-Biosiegels, der Bio-Anbauverbände und dem Produktionsverband Neuland hergestellt wurde sowie so genanntes "Weidefleisch", das von Tieren stammt, die ganzjährig auf der Weide standen.

 

Leider ist die ökologische Viehwirtschaft trotz Bio-Boom bis dato nur eine Nische. Ein verschwindend geringer Anteil des Fleischs wird in Deutschland nach Bio-Kriterien produziert: 5 % des Rinderbestands, 1 % der Schweine und 3 % der Masthühner. Wir Verbraucher haben es in der Hand, das zu ändern.

Wesentliche Kriterien für „gutes“ Fleisch sind:

  • Für die Produktion der Futtermittel werden keine synthetischen Stickstoffdünger verwendet. Es sollte ein möglichst geschlossener Stoff- und Energiekreislauf angestrebt werden.
  • Für die Produktion der Futtermittel werden keine synthetischen Pflanzenschutzmittel verwendet.
  • Für die Produktion der Futtermittel ist der Einsatz von gentechnisch veränderten Futterpflanzen verboten.
  • Die Tiere wurden tiergerecht gehalten. Dazu zählt unter anderem, dass die Tiere während des gesamten Jahres ausreichend Platz für Bewegung haben und ihnen ganzjährig ein Auslauf bzw. Weidegang ermöglicht wird. Vollspaltenböden sind verboten.
  • Schmerzhafte Eingriffe an Tieren werdem nur mit Betäubung bzw. Schmerzbehandlung vollzogen. Zudem sind die in der konventionellen Tierhaltung üblichen Eingriffe, wie z.B. das Abschneiden der Schwänze, das Abkneifen der Zähne in der Schweinezucht und das Kupieren der Schnäbel in der Legehennenhaltung, verboten.
  • Der Einsatz von herkömmlichen Medikamenten ist nur in Ausnahmefällen erlaubt. Die Gabe von Antibiotika als Masthilfe oder vorbeugendes Medikament sind verboten. Auch der Gebrauch von synthetischen Substanzen, die wachstumsfördernd oder die Produktion steigend wirken, sind verboten.
  • Rinder, Schafe und andere Wiederkäuer verbringen viel Zeit auf der Weide und ihr Futter besteht zu großen Teilen aus Grünfutter (Gras, Heu, Silage, Klee). Das Fleisch ist als Weidefleisch bekannt.
  • Der Lebendtransport von Nutztieren überschreitet vier Stunden nicht.
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