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So können wir die Wälder retten

Die Welt bald ohne Wald? Um die fatale Vernichtungsspirale vor allem in den Tropen zu stoppen, kämpft der WWF im UN-Jahr der Wälder stärker denn je für ihren Schutz. Helfen Sie mit, die Trendwende zu schaffen – in unserem aktuellen Spendenprojekt und bei der großen Kampagne „Deutschland wird Wald.Meister 2011“.

© Adriano Gambarini / WWF Brasilien
© Adriano Gambarini / WWF Brasilien

Wälder sind wahre Kraftwerke der Natur. Sie  produzieren Sauerstoff und binden Kohlendioxid. Sie speichern Wasser, schützen vor Überschwemmungen und bewahren den Boden vor Erosion. Und nicht zuletzt bieten Wälder Lebensräume und sind Nahrungsquelle für Mensch und Tier. Kurz: Sie sind für uns überlebenswichtig.

 

Ihr Wert? In Zahlen kaum zu fassen. Allein das weltweit eingeschlagene Holz hatte bereits 2005 – neuere Zahlen gibt es nicht – einen Wert von fast 77 Milliarden Euro. Die Summe aller „Serviceleistungen“ der Wälder liegt um ein Vielfaches darüber.

 

Kein Wunder, dass die Vereinten Nationen 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder gekürt haben. Denn trotz dieser enormen Bedeutung schreitet die Waldzerstörung dramatisch voran. Rund 13 Millionen Hektar Wald gehen jedes Jahr rund um den Globus verloren – das entspricht einer Fläche von 35 Fußballfeldern pro Minute. Dass Jeder im Alltag zum Waldretter werden kann, zeigt die WWF-Kampagne „Deutschland wird Wald.Meister 2011“.

Am meisten bedroht sind die Wälder in den Tropen. Wertvolle Regenwälder werden für Landwirtschaft und Infrastruktur gerodet oder abgebrannt. Möglichst viel Holz wird zumeist als Brennstoff herausgeholt, ohne Rücksicht auf den Lebensraum. Oder sie werden in monotone Baumplantagen für die Zellstoffproduktion umgewandelt.

 

Traurige Rekorde in der Waldvernichtung erzielten Brasilien und Indonesien. Brasilien verlor zwischen 1990 und 2010 rund 55 Millionen Hektar Wald, eine Fläche so groß wie Frankreich. Indonesiens Wälder schrumpften im gleichen Zeitraum um 24 Millionen Hektar – der Größe Großbritanniens. Geht die Entwicklung dort so weiter, wird auf den Inseln Sumatra und Borneo bereits in neun Jahren kein Regenwald mehr wachsen.

 

Besonders tragisch: Gerade die tropischen Regenwälder sind die größten Schatzkammern der Artenvielfalt. Allein in Amazonien sind etwa 40.000 verschiedene Pflanzenarten zu finden, mehr als 400 Säugetierarten, knapp 1.300 Vogelarten sowie rund 3.000 Fischspezies. Etwa die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten der Erde leben in Regenwäldern. In allen Wäldern weltweit haben sogar rund zwei Drittel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten ihr Zuhause. Das bedeutet: Schrumpfen die Wälder, verlieren wir auch unsere Artenvielfalt.


Noch viele Wälder ohne Schutz

Rund vier Milliarden Hektar Wald gibt es heute noch weltweit. Doch nur rund ein Drittel der Waldfläche besteht noch aus Urwäldern, die sich seit der letzten Eiszeit unberührt von menschlichen Eingriffen entwickeln konnten.
Trotz dieser alarmierenden Zahlen gibt es für die Wälder keinen rechtsverbindlichen Schutz auf internationaler Ebene – also kein weltweites Abkommen wie beispielsweise für die biologische Vielfalt.

 

Der WWF hat sich daher ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: die Waldvernichtung bis zum Jahr 2020 zu stoppen – mit neuen Projekten und mehr Partnerschaften. Bislang engagiert sich die Umweltstiftung weltweit in mehr als 300 Projekten für den Erhalt der Wälder. Rund um die Welt, aber auch hier bei uns. Gemeinsam mit Partnern erwirbt der WWF in Deutschland große Waldflächen, die dann nicht mehr genutzt werden und sich selbst überlassen bleiben – seit 1991 mehr als 7.500 Hektar allein in Norddeutschland.

 

Zum täglichen Geschäft des WWF gehört nicht nur die Arbeit „in Gummistiefeln“ vor Ort, sondern auch der Einsatz für die lokale Bevölkerung in den Projektgebieten vor allem in Drittweltländern, politische Überzeugungsarbeit sowie Aktionen mit Verbrauchern in Deutschland. Damit steuert der WWF das größte Waldschutzprogramm der Welt.


Wir alle können etwas tun

Kreischende Motorsägen oder Vogelgezwitscher, eintönige Plantagen oder vielfältige Urwälder – wir haben es in der Hand. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, Wälder zu schützen. Jeden Tag. Mit Kleinigkeiten, die darüber entscheiden, ob üppige Müllberge aus Papier angehäuft werden oder intakte Waldgebiete erhalten bleiben.

 

So steckt Wald zum Beispiel in jedem der sechs Milliarden Coffee-to-go-Pappbecher, die wir jährlich in Deutschland völlig unnötig verbrauchen. Oder in den etwa 30 Kilogramm unaufgeforderter Werbung, die durchschnittlich jedes Jahr in jedem Briefkasten liegen. Oder in dem Hygienepapier, das der Menge von sieben Milliarden Papier-Küchenrollen pro Jahr entspricht. Außerdem landen mehr als 1,6 Millionen Tonnen Papier noch immer im Hausmüll – trotz getrennter Sammelmöglichkeiten.


Deshalb empfiehlt der WWF:

1. Reduzieren Sie Ihren Papierverbrauch. Zum Beispiel durch Thermobecher statt Pappbecher, ein Schwammtuch an Stelle von Wisch-und-weg-Papieren und einen Aufkleber an Ihrem Briefkasten mit der Aufschrift „bitte keine Wurfsendungen“.
2. Wenn Sie Papier benötigen, bevorzugen Sie Recycling- und FSC-Papierprodukte.
3. Greifen Sie bei Holzwaren zu FSC-Produkten.
4. Recyceln Sie Ihr Altpapier.

Würde jeder nur vier Kilogramm Papier mehr im Jahr in die Altpapiertonne statt in den Hausmüll werfen, könnten wir zusammen bereits über eine halbe Million Tonnen Holz und damit jede Menge CO2 einsparen.

Das bedeutet: Jede Aktion zählt – und sei sie noch so klein! Denn in der Summe erreichen wir damit eine Menge: mehr Wald, mehr Klimaschutz, mehr Artenschutz. Machen Sie mit! Werden Sie Wald.Meister 2011 – und unterstützen Sie das WWF-Waldprojekt in Juruena.


Ulrike Bauer und Philipp Göltenboth, WWF

   
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