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Stand: 11.10.2017

Tiger und ihre Lebensräume

Der Wildtierbiologe Rob Steinmetz leitet das Tiger- und Artenschutzprogramm beim WWF Thailand.

Rob Steinmetz © Worrapan Phumanee
Rob Steinmetz © Worrapan Phumanee

Rob, was treibt einen Amerikaner nach Thailand, um die Tiger zu retten?

Ach, ich bin gar nicht hergekommen, um die Tiger zu retten. Ursprünglich wollte ich nur die Welt sehen und etwas Sinnvolles tun. Also habe ich mich um nachhaltige Landwirtschaft und die Bewirtschaftung von Gemeindewäldern gekümmert. Erst später ist mir aufgegangen, wieviel das mit Artenschutz und Tigern zu tun hat.

 

Hast du dich immer schon für Naturschutz interessiert?

Ja. In den Siebzigern waren die großen Themen Luftverschmutzung und Ozonabbau. Ich erinnere mich, dass ich als Siebenjähriger Briefe an einen Haarspray-Hersteller geschrieben habe wegen des FCKW in seinen Produkten. Und einen Brief an unseren Bürgermeister, weil so viel Abfall im Park lag.

 

Wie muss man sich Deinen typischen Arbeitsalltag vorstellen?

Gieß dir erst einmal einen Kübel warmes Wasser über den Kopf – das ist die Mischung aus Regen und Schweiß, die dich hier den ganzen Tag bedeckt. Dann pack dir 20 Kilo Ausrüstung und Essen auf den Rücken und marschiere bergauf, bergab zu deinem Camp. Halt ab und zu an, um Blutegel und Zecken zu entfernen. Wenn du angekommen bist, zünde ein Feuer an (nicht so einfach im Regen) und koch dir dein Abendessen. Sammle ein bisschen Grünzeug und eventuell ein paar Frösche als Beilage. Die nächsten Tage verfolgst du Wildspuren, kontrollierst Kamerafallen und erfasst vielleicht die Vegetation auf einer bestimmten Fläche. Einmal im Monat gehst du ins Büro, um die Daten auszuwerten. Gelegentlich versuchst du, etwas zu publizieren (noch schwieriger, als im Regen Feuer zu machen). Und du kommunizierst mit Leuten, die dich unterstützen – wie die vom WWF Deutschland

 

Was sind die größten Herausforderungen bei deiner Arbeit?

Als Nachkomme von Nordeuropäern machen mich die Hitze und die Feuchtigkeit echt fertig. Und dann ist da noch die Motivation: Manchmal sieht es so aus, als ob wir eine Schlacht gewinnen, aber den Krieg verlieren. Man braucht ab und an neue Inspirationsquellen, um weiterzumachen.

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