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Große Pandas: Bambus ist ihr Leben

Es gibt wieder mehr Große Pandas. Einer Zählung im Jahr 2014 zufolge gibt es mindestens 1.864 Bambusbären in freier Wildbahn. Das sind 17 Prozent mehr als 2004.

Der Große Panda ist ein ganz besonderer Bär: Von seiner Abstammung her ein Raubtier, lebt er als Vegetarier. Er frisst fast nur Bambus, und zwar jede Menge: Ein erwachsenes Tier schafft bis zu 18 Kilogramm am Tag! Damit ist es bis zu 15 Stunden beschäftigt.

 

Dabei sind Große Pandas durchaus wählerisch: Von den mehr als 60 Bambusarten, die sie fressen, bevorzugen sie besonders solche Arten, die viel Eiweiß und wenig Ballaststoffe enthalten. Denn die sind leichter verdaulich. Außerdem fressen die Bären je nach Jahreszeit entweder eher junge Blätter und Sprossen oder Stiele und Zweige.

 

Beim Festhalten des Bambus hilft ihnen ein sechster Finger an den Vorderpfoten. Dieser „falsche Daumen“ ist aber gar kein richtiger Finger, sondern ein verlängerter Handwurzelknochen.

Wo die Großen Pandas leben

Die letzten Großen Pandas leben in sechs voneinander isolierten Bergregionen im Südwesten Chinas. Dort bewohnen sie die nebelfeuchten und bambusreichen Bergwälder in Höhen zwischen 1.200 und 4.100 Metern.

 

Zwar wird es dort im Winter empfindlich kalt und es liegt auch oft Schnee. Aber mit ihrem dichten Pelz sind die Großen Pandas gut gegen Kälte und Feuchtigkeit geschützt. Sie halten auch keine Winterruhe, denn ihr Bambus wächst das ganze Jahr über.

Großer Panda mit Jungtier © WWF China / Yong Yange

Kleine Große Pandas

Große Pandas sind Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit im Frühjahr treffen sich die Männchen und Weibchen. Diese sind auch nur wenige Tage im Jahr fruchtbar.

 

Gelingt eine Paarung, kommen nach einer Tragzeit von drei bis fünfeinhalb Monaten meist zwei Jungtiere zur Welt. Sie sind etwa so klein wie Hamster und wiegen ungefähr 80 bis 200 Gramm, also gerade mal so viel wie ein bis zwei Tafeln Schokolade. In der freien Wildbahn wird allerdings nur eines der Jungtiere von der Mutter aufgezogen.

 

Die Mutter säugt ihr Baby etwa neun Monate lang. Ab dem fünften Monat steht aber auch schon Bambus auf dem Speiseplan. Nach eineinhalb bis drei Jahren geht der junge Panda seine eigenen Wege.

Gefahren

In den Bergwäldern im Südwesten Chinas gibt es viele Reservate, zurzeit 67, in denen Große Pandas streng geschützt sind. Aber ein Drittel der Tiere lebt außerhalb der Schutzgebiete. Das Überleben des Bambusbären in freier Wildbahn ist daher noch lange nicht gesichert.

Die Zerschneidung ihres Lebensraumes durch Siedlungen, Straßen und Schienen sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen ist das größte Problem für die schwarzweißen Bären. Tiere aus verschiedenen Gegenden können sich nicht mehr treffen, so dass der wichtige genetische Austausch fehlt. Für die Jungtiere kann die Suche nach eigenem Lebensraum gefährlich werden. Zusätzlich kann ihre Abhängigkeit vom Bambus zum Problem werden. Denn die Bambusbestände sterben nach dem Blühen großflächig ab, je nach Art alle zwölf bis 120 Jahre. Oft können die Bären dann nicht so einfach in andere Gebiete ausweichen.

Bedroht sind sie außerdem, weil viele ihrer Bambuswälder noch immer abgeholzt werden. Und weil es skrupellose Wilderer gibt, die Huftiere fangen wollen und dafür Fallen auslegen, in die dann auch Pandas treten und sich verletzen.

Was der WWF tut

Seit mehr als 35 Jahren hat der WWF mitgeholfen, die Zahl seines Wappentiers in freier Wildbahn zu stabilisieren. Der aktuelle Anstieg der Pandazahlen auf mindestens 1.864 Tiere ist ein großer Erfolg. Doch noch viel mehr ist zu tun, um die Zukunft der Bambusbären zu sichern.

 

Der WWF arbeitet deshalb eng mit den Forstbehörden der chinesischen Regierung zusammen und setzt sich für den Ausbau der Reservate ein. Der geschützte Wald für Große Pandas soll auf bis zu drei Millionen Hektar ausgedehnt werden – das ist eine Fläche so groß wie Belgien. Die Schutzgebiete sollen außerdem durch grüne Korridore aus Bambuswald miteinander verbunden werden, damit sich isolierte Pandas wieder treffen können. 

 

Der WWF schult auch Wildhüter im Einsatz moderner Techniken wie GPS und Infrarotkameras, mit denen sie die Bestände der Pandas besser überwachen und wissenschaftlich erforschen können. Die Ranger entschärfen außerdem Fallen und verhindern das illegale Abholzen der Wälder. Außerdem versorgt der WWF die Menschen vor Ort mit energieeffizienteren Öfen, damit die Panda-Wälder nicht mehr für Feuerholz abgeholzt werden.

Steckbrief Großer Panda

Verbreitung: Bergregionen im Südwesten Chinas.

Lebensraum: Laub- und Nadelwälder, in denen Bambus wächst.

Größe und Gewicht: Bis zu 125 Kilogramm schwer und bis zu 1,80 Meter groß.

Alter: In der Wildnis bis zu 20 Jahre.

Revier: Meist 5 bis 15 Quadratkilometer groß (etwa die Fläche von Gibraltar oder des Tegernsees).

Bestand: 1.864 Tiere (Stand Februar 2015).

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