WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Koalas: Klettern, kuscheln, lange schlafen

Große puschelige Ohren, Knopfaugen und Knubbelnase: Kein Wunder, dass Koalas Pate standen für die ersten Plüschteddybären. Dabei sind sie keine Bären, sondern Beuteltiere. 

Neben den Kängurus sind Koalas die bekanntesten Tiere Australiens. Als einzige Vertreter der Koala-Familie sind sie mit anderen Beuteltieren wie Wombats, Baumkängurus und Gleitbeutlern verwandt.

Die beliebten Beutler waren früher in ganz Australien – außer auf Tasmanien – weit verbreitet. Heute leben sie fast nur noch in den lichten Eukalyptuswäldern der östlichen Staaten Queensland, New South Wales, Victoria und South Australia.

Ohne Eukalyptus geht nichts

Koalas futtern fast nur Eukalyptusblätter. Dafür brauchen sie zur Mahlzeit nichts zu trinken. Deshalb heißen sie auch so: „Koala“ bedeutet in der Sprache der australischen Ureinwohner „trinkt nicht“ oder „kein Wasser“.

Die bis zu 100 Meter hohen Eukalyptusbäume sind nicht nur wegen ihrer Blätter enorm wichtig für Koalas. Sie sind auch ihr Zuhause. In den Astgabeln dösen und verschlafen die Faulpelze gerne mal locker 20 Stunden am Tag. Mit den Füßen fest verkeilt, damit sie im Schlaf nicht herunterfallen.

Koala © Martin Harvey / WWF

Blinddarm mit besonderen Bakterien

So richtig aktiv werden Koalas erst abends, wenn es langsam dunkel wird. Dann klettern sie mit Hilfe ihrer scharfen Krallen an den Pfoten rückwärts den Stamm hinab, huschen über den Boden und hinauf auf den nächsten Eukalyptusbaum, um mehr frische leckere Blätter zu verspeisen.

 

Eukalyptus-Blätter sind ziemlich schwer verdaulich und mitunter sogar giftig. Aber das macht den Koalas nichts: Sie besitzen einen bis zu 2,50 Meter langen Blinddarm mit besonderen Bakterien, die bei der Verdauung helfen. Entsprechend groß ist ihr Bauch.

 

Babys klein wie Bohnen

Vor allem zwischen Oktober und Februar geben die sonst als Einzelgänger lebenden Koalamännchen ein heiseres Bellen und Grunzen von sich, um Weibchen anzulocken. Findet dann ein Paar zusammen, bringt das Weibchen nach ungefähr 35 Tagen ein bohnengroßes, nur 0,3 Gramm leichtes Baby zur Welt.

 

Es ist nackt und blind und krabbelt mit seinen kleinen Greifhänden entlang einer Speichelspur, die seine Mutter über ihr Fell geleckt hat, in den Bauchbeutel. Dort saugt es sich an der Milchzitze fest und trinkt. Nach etwa sechs Monaten schaut es neugierig über den Beutelrand. Drei Monate später verlässt es dann für immer den schützenden Beutel.

Was Koalas bedroht

Früher wurden die niedlichen Koalas für ihr Fell gejagt, heute bedrohen Buschfeuer die Beuteltiere, weil sie zu langsam sind, um rechtzeitig fliehen zu können. Vor allem aber macht ihnen die Rodung von Wäldern zu schaffen – und die Zerstückelung ihres Lebensraumes zum Beispiel durch Straßen. Dadurch werden Koalas auch immer wieder von Autos überfahren. Außerdem fallen die kleinen Beuteltiere häufig herumstreunenden Hunden zum Opfer.

 

Darüber hinaus macht der Klimawandel den Koalas zu schaffen. Die Temperatur in Australien steigt im Sommer immer öfter auf nahezu 50 Grad. Eukalyptusblätter liefern dann nicht mehr ausreichend Flüssigkeit und die Tiere müssen ihre schützenden Bäume verlassen.

Was der WWF tut

Der WWF setzt sich bei der Regierung Australiens dafür ein, mehr Schutzgebiete für die Koalas einzurichten. Darüber hinaus achten wir darauf, dass möglichst viele Eukalyptuswälder erhalten und miteinander verbunden bleiben, um den Kontakt zwischen den Gruppen zu sichern.

 

International engagiert sich der WWF für mehr Klimaschutz und eine Begrenzung des Temperaturanstiegs.

Steckbrief Koala

Vorkommen: Östliches Australien.

Lebensraum: Eukalyptuswälder.

Futtermenge: Ein erwachsener Koala benötigt pro Tag rund 600 bis 800 Gramm Eukalyptusblätter.

Größe und Gewicht: Meist werden sie 65 bis 80 Zentimeter groß und vier bis 15 Kilogramm schwer. Die Weibchen sind kleiner und leichter als die Männchen.

Alter: Wild lebende Koala-Männchen werden etwa zehn Jahre alt, die Weibchen bis zu 15 Jahre.

Natürliche Feinde: Dingos, Eulen, Adler, Warane und Pythons.

„Sprache“: Koalas können sich mit lauten Tönen über ziemlich große Entfernungen verständigen.

Bestand: Schätzungsweise rund 300.000 Tiere. Seit 2016 wird der Koala von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als gefährdete Tierart eingestuft.

Helfen Sie uns! Spenden Sie oder werden Sie Mitglied.

Bleiben Sie informiert

Abonnieren Sie unseren Newsletter uns lassen Sie sich über die Arbeit des WWF sowie wichtige und dringende Themen informieren.

Helfen Sie dem Klima

Unterstützen Sie den WWF beim Klimaschutz. Damit der Lebensraum des Koalas nicht zerstört wird. Dazu benötigen wir Ihre Spende.

Familien-Fördermitgliedschaft

Helfen Sie uns mit Ihrer Mitgliedschaft für die gesamte Familie. Verfolgen Sie unsere Arbeit hautnah mit Infos für jung und alt.

Alle Tiere der EDEKA Sammelaktion:

   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF