WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Luchse: Die heimlichen Jäger

Sie waren bereits in Deutschland ausgerottet. Heute leben wieder Luchse bei uns, weil sie zugewandert sind oder wiederangesiedelt wurden – wie im Bayerischen Wald, im Harz und ganz aktuell im Pfälzerwald.

Luna, Kaja und Lucky heißen die drei ersten Luchse, die diesen Sommer im Pfälzerwald ausgewildert wurden. Sie stammen aus der Slowakei, wo sie als Luchswaisen ohne Mutter aufgegriffen und in einem Gehege wieder aufgepäppelt wurden. Das Wiederansiedlungsprojekt wird von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz geleitet und von zahlreichen Partnern wie dem WWF und aus Mitteln des EU- Förderprogramms LIFE finanziert.

 

Die Naturschützer hoffen nun, dass diese Luchse sich gut vermehren und damit wieder zu einem festen Teil der Natur im Pfälzerwald werden. Dazu werden die Tiere auch mit Kamerafallen und über Sendehalsbänder genau beobachtet. Weitere 17 Luchse aus der Slowakei und der Schweiz sollen in den nächsten Jahren Luna, Kaja und Lucky folgen.

Luchs © Fritz Poelking / WWF
Luchs © Fritz Poelking / WWF

Keine Angst vor dem Luchs

Luchse jagen bevorzugt Rehe, aber auch Füchse, Marder und junge Wildschweine sowie junge Rothirsche können auf dem Speiseplan stehen. Weidetiere wie Schafe und Ziegen reißen Luchse nur selten, wenn diese nicht ausreichend gesichert und bewacht werden.

Menschen gegenüber zeigen sich die heimlichen Waldbewohner nur in den seltensten Fällen. Es sind keine Fälle bekannt, in denen sie jemanden angegriffen haben.

 

Geheimagent Luchs

Augen wie ein Luchs müsste man haben: Sie sind sechsmal so lichtempfindlich wie die des Menschen. Damit kann die Katze ihre Beute schon aus 300 Metern Entfernung erkennen.

Der Luchs selbst ist sehr unauffällig und nur schwer aufzuspüren. Denn er hat nicht nur ein Fell wie ein Supertarnanzug, sondern lebt auch heimlich, still und leise in dichten Wäldern.

Gefahren für Luchse – und was der WWF tut

Leider werden immer wieder streng geschützte Luchse in Deutschland getötet. Das kann kleine Populationen ganz schnell in ihrem Bestand bedrohen.

 

Deshalb setzt sich der WWF zum Beispiel dafür ein, dass die Fälle illegaler Tötungen konsequenter verfolgt werden und in den Bundesländern die dafür notwendigen Strukturen geschaffen werden.

 

Im Bayerischen Wald unterstützt der WWF bereits seit 2009 die Überwachung und Erforschung der aktuell etwa 20 Luchse.

 

Der WWF sorgt auch für Aufklärung in den Luchsgebieten: Neben einer Bildungsmappe unterstützt er den Einsatz von Luchs-Pädagogen in Schulklassen und Kindertagesstätten.

Steckbrief Luchs

Luchse haben vier besondere Merkmale:

Pinselohren mit bis zu vier Zentimeter langen schwarzen Haarbüscheln auf den Ohrenspitzen – möglicherweise um damit die Windrichtung besser auszumachen.

• Einen Backenbart, der ihm sein typisches Aussehen verleiht.

• Einen etwa 10 bis 20 Zentimeter langen Stummelschwanz.

• Lange Beine und große Pfoten fürs Sprinten auch im tiefen Schnee. Die Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine. Damit kann der Luchs besonders gut springen.

 

Verbreitung: Europa, Zentralasien bis Ostasien.

 

Lebensraum: Wälder.

 

Größe und Gewicht:Bis zu 120 Zentimeter lang, bis zu 70 Zentimeter hoch und bis zu 25 Kilogramm schwer.

 

Pfoten: Luchse ziehen beim Laufen ihre Krallen ein. So bleiben sie zum Beutereißen messerscharf. In den Fußabdrücken des Luchses (bis zu 10 Zentimeter groß) sieht man deshalb keine Krallenabdrücke.

 

Alter: Luchse werden in freier Wildbahn etwa 17 Jahre alt.

 

Revier: Luchsreviere sind bei uns in Europa zwischen 50 und 400 Quadratkilometer groß. Die Reviere der Luchsmännchen (Kuder) sind häufig größer als die der Weibchen und überlappen mehrere Weibchenreviere.

 

Lebensweise: Luchse sind Einzelgänger. Nur in der Paarungszeit von Februar bis April suchen Luchsmännchen und -weibchen die Nähe zueinander. Jungluchse bleiben bis zu 10 Monate bei ihrer Mutter.

 

Geburt: Etwa 70 Tage nach der Paarung bringt die Luchsmutter in einer Höhle ein bis vier Junge zur Welt.

 

Nachwuchs: Die Luchsjungen wiegen nur 250 bis 300 Gramm und sind die ersten 12 bis 16 Tage blind. Nach einem knappen Jahr müssen die Jungen sich ein eigenes Revier suchen.

 

Bestand: Etwa 70.000 Tiere weltweit, davon rund 10.000 Tiere in Europa. In Deutschland leben schätzungsweise 80 bis 120 Tiere.

Helfen Sie uns! Spenden Sie oder werden Sie Mitglied.

Bleiben Sie informiert

Abonnieren Sie unseren Newsletter und lassen Sie sich über die Arbeit des WWF sowie wichtige und dringende Themen informieren.

Helfen Sie dem Luchs

Unterstützen Sie den WWF bei der Wiederansiedlung des Luchses in Deutschland. Damit er sich bald hierzulande wieder heimisch fühlt.

Familien-Fördermitgliedschaft

Helfen Sie uns mit Ihrer Mitgliedschaft für die gesamte Familie. Verfolgen Sie unsere Arbeit hautnah mit Infos für jung und alt.

Alle Tiere der EDEKA Sammelaktion:

   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF