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Schimpansen: Die Handwerker des Regenwaldes

Schimpansen benutzen Werkzeuge und sorgen ähnlich füreinander wie eine Menschenfamilie. Kein Wunder, sind sie doch, neben den Bonobos, unsere nächsten Verwandten. 

„Kivili-chimpenze“ – so heißt der Schimpanse in Tschiluba, einer Bantusprache, die in Zentralafrika gesprochen wird. Wörtlich übersetzt heißt das „Schein-Mensch“. Der Name passt, denn tatsächlich haben die intelligenten und sozialen Affen sehr viel mit uns Menschen gemeinsam.

Werkzeuge für alle Lebenslagen

Schimpansen benutzen ein breites Spektrum von bis zu 22 Werkzeugen und stellen sie sogar selber her, um beispielsweise Termiten zu angeln oder Leoparden zu vertreiben.

 

Mit zerkauten Blättern schöpfen sie wie mit einem Schwamm Wasser aus Baumlöchern. Sie benutzen Blätter außerdem, um Wunden zu behandeln oder ihr Fell von Schmutz zu reinigen.

Am erstaunlichsten jedoch ist der Nussknacker: Mit Steinen und Ästen als Hammer und Amboss knacken Schimpansen ganze Nüsse! Vor allem Pandanüsse, denn die sind superhart. Doch die Anstrengung lohnt sich, denn ihr Inhalt ist sehr gesund und nahrhaft.

Bonobo © naturepl.com / Karl Ammann / WWF
Bonobo © naturepl.com / Karl Ammann / WWF

Affenapotheke und Baumbetten

Neben Nüssen futtern Schimpansen vor allem Früchte, verschmähen aber auch Blätter und andere vegetarische Kost nicht. Auf ihrer Speisekarte stehen ungefähr 200 Pflanzenarten. Sie fressen sogar Insekten und kleinere Säugetiere wie zum Beispiel andere Affen. Schimpansen kennen obendrein Heilpflanzen. Die nutzen sie, wenn ihnen übel ist oder sie Schmerzen haben. So haben sie ihre eigene Affenapotheke.

 

Tagsüber sind Schimpansen meist auf dem Boden unterwegs. Abends ziehen sie sich zum Schlafen in die Baumkronen zurück, wo sie kuschelige Nester aus Zweigen und Blättern bauen. Affenmütter mit ihren Kleinen verbringen noch mehr Zeit auf den Bäumen, denn die bieten ihnen Schutz vor Feinden wie Löwen.

Eine große Familie

Schimpansen und Bonobos, die manchmal auch Zwergschimpansen genannt werden, leben als einzige Menschenaffen in großen Gruppen mit durchschnittlich 35 Tieren. Manchmal können aber auch bis zu 150 so einer „Affenbande“ angehören. Die Chefs sind bei den Schimpansen die Männchen, bei Bonobos hingegen die Weibchen.

 

In einer Großgruppe geht es sehr sozial zu: Die Schimpansen sorgen füreinander, spielen zusammen und erziehen ihren Nachwuchs gemeinsam. Und sie machen „Grooming“: Das bedeutet stundenlange, liebevolle Hautpflege! Dabei pulen sich Schimpansen gegenseitig Parasiten und Schmutz aus dem Fell.

Gefahr für Schimpansen

Schimpansen sind stark gefährdet. Ihre Wälder werden gerodet, um Holz zu gewinnen oder Platz für Plantagen zu schaffen. Sie werden gejagt, um ihr Fleisch oder ihre Babys zu verkaufen. Außerdem fallen sie Krankheiten wie Ebola zum Opfer. Deshalb haben ihre Bestände dramatisch abgenommen.

Steckbrief Schimpanse

Verbreitung: West, Zentral- und westliches Ostafrika.

 

Lebensraum: Wald bis Savanne.

 

Größe und Gewicht: Aufgerichtet bis zu 1,40 Meter. Männchen werden bis zu 70 Kilogramm schwer, Weibchen bis zu 50 Kilogramm.

 

Alter: Bis zu 54 Jahre.

 

Revier: Im Wald bewohnt eine Gruppe sieben bis 30 Quadratkilometer, in Savannen sind es häufig mehr als 65 Quadratkilometer – so viel wie die Fläche einer mittelgroßen Stadt.

 

Nachwuchs: Schimpansinnen bekommen nach siebeneinhalb Monaten Schwangerschaft meist ein Junges, das sie zunächst vor dem Bauch, später dann auf dem Rücken tragen. Die Kleinen versorgen sie vier bis fünf Jahre lang mit Muttermilch.

 

Es gibt vier Unterarten: Sie leben vom südlichen Senegal über den Regenwaldgürtel des Kongos bis West-Tansania und Uganda. Dort besiedeln die Affen Regen- und Sumpfwälder, aber auch Trockenwälder und baumreiche Savannen.

 

Bestand: Insgesamt 345.000 bis 470.000 Tiere.

Was der WWF tut

Der WWF bekämpft die Wilderei und setzt sich für mehr und besser geschützte Schutzgebiete ein. In Zentralafrika ist die Umweltstiftung am Aufbau und Management von Waldschutzgebieten in mehreren Ländern beteiligt. WWF-Projekte für Schimpansen gibt es beispielsweise in Dzanga-Sangha in der Zentralafrikanischen Republik, in Messok Dja in der Republik Kongo, in Ngiri in der Demokratischen Republik Kongo und im Tai-Sapo-Gebiet in Westafrika.

 

Neben dem Einsatz für eine nachhaltige Forstwirtschaft engagiert sich der WWF auch dafür, den illegalen Handel mit Buschfleisch einzudämmen. Zudem sorgt der WWF für Arbeitsplätze, zum Beispiel für Wildhüter und Touristenführer in den Schutzgebieten. So können die Menschen dort mit intakter Natur Geld verdienen und müssen nicht Affen jagen oder Regenwald abholzen.

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