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Krieger des Kugelschreibers

Luiz Henrique Eloy Amado gehört zu einer neuen Generation von indigenen Kriegern. Pfeil und Bogen sind nicht seine einzigen Waffen, wenn er für seine Heimat kämpft.

Podiumsdiskussion mit Luiz Henrique Eloy Amado © David Biene / WWF
Podiumsdiskussion zu Viva Amazonia -WWF © www.david-biene.de

Indigene leben in Brasilien nicht nur im Amazonas. Und wahrscheinlich geht es den Stämmen im Amazonas sogar besser als anderswo. Schließlich haben viele von ihnen ihre Gebiete, für deren Erhalt sie kämpfen. Eloy kommt nicht aus dem Amazonas. Er gehört zum Volk der Terena aus dem Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Sie bewohnen zersplittert das Pantanal, das größte Süßwasser-Feuchtgebiet der Welt. Für ein zusammenhängendes Gebiet kämpfen sie schon seit 1920. Doch ihre Lage wird immer schlechter.

Jurist statt Tagelöhner

Eloy entkam dem Schicksal seiner Vorfahren durch eine Initiative der Regierung Lula, die es hunderten Indigenen ermöglichte zu studieren. Ansonsten wäre auch er als Tagelöhner auf den Zuckerrohrfeldern gelandet, direkt nach der Gemeindegrundschule. Auch er wäre früh verheiratet worden, tief verfangen in Armut, Rassismus und harter körperlicher Arbeit. Doch Eloy hatte Glück, er konnte studieren und sein Leben selbst in die Hand nehmen.

Heute ist Eloy 26 und Rechtsanwalt. Er versteht sich selbst als Krieger des Kugelschreibers. Seit 2012 sind sie im Kampf um ihr Territorium im offenen Aufstand. Der Regierung trauen sie nicht mehr, seit die Rechte der Indigenen immer weniger auf der Tagesordnung stehen, die Bedürfnisse der Agrarlobby aber immer mehr. Die Führer der Terena haben dazu aufgerufen sich zu holen, was dem Volk gehört. Und sie kamen alle, auch von den Universitäten, auch Eloy. Sie haben Farmen besetzt, auch mit Hilfe von Pfeil und Bogen, sie wollen nicht mehr von ihren Forderungen abweichen, todo ou nada - alles oder nichts.

Der Preis des Kampfes

Jetzt bekommen viele der Krieger mit Pfeil und Bogen einen Rückschlag zu spüren: Sie stehen vor Gericht, sitzen im Gefängnis, ihr Kampf wird kriminalisiert. Sein Volk braucht Eloy nun dringender als je zuvor: Den Krieger, der sich im Paragraphendschungel auskennt, den Krieger des Kugelschreibers. Er sagt, er sei optimistisch. Für sein Volk, für die Indigenen. Weil immer mehr von ihnen die Chance auf Bildung bekämen. Weil das Bewusstsein um Ungerechtigkeiten damit steige. Und auch weil sie Verbündete hätten.

 

Verbündete wie uns. 

Übergabe des Manifest © David Biene / WWF
© www.david-biene.de
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