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Artenschutz-Spürhunde bald europaweit im Einsatz

25. Januar 2011

Tierische Ermittler: EU-Projekt des WWF im Kampf gegen Artenschmuggler.

 

Frankfurt - Anlässlich des Welt-Zolltages am 26. Januar stellt die Umweltschutzorganisation WWF auf einer Tagung der World Customs Organisation (Weltzollorganisation) in Brüssel ein neues Projekt zum EU-weiten Einsatz von Artenschutz-Spürhunden vor. „Der Arten-Schmuggel ist nach Waffen und Drogen weltweit das lukrativste Schmuggelgeschäft und er bedroht das Überleben vieler gefährdeter Arten in freier Wildbahn“, erklärt WWF-Expertin Birgit Braun. Nach Angaben von Interpol werden jährlich Tier- und Pflanzenarten im Wert von über 13 Milliarden Euro auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Auf Initiative des WWF sind daher seit einigen Jahren an deutschen Flughäfen Artenschutzspürhunde im Einsatz. Die tierischen Ermittler konnten bereits mehrere Kilogramm Kaviar, Nashorn, Elfenbein oder Teile von hoch bedrohten Meeresschildkröten erschnüffeln. Jetzt soll das Erfolgsprojekt auf weitere EU-Mitgliedsstaaten ausgeweitet werden. Das WWF-Projekt wird daher auch durch die Generaldirektion Inneres der Europäischen Union unterstützt.  

 

„Europa ist weitgehend zu einem Binnenmarkt ohne innere Grenzen geworden. Deshalb brauchen wir ein effektives und konsequentes Vorgehen gegen den Artenschmuggel an den Einfallstoren in die EU in allen Mitgliedsstaaten“, sagt WWF-Expertin Braun. Ziel des WWF-Projekts sei es an den größten europäischen Flug- und Seehäfen und in den bedeutenden Postverteilerzentren zukünftig Artenschutz-Spürhunde einzusetzen. „Die Hunde haben einfach den besseren Riecher“, erklärt Birgit Braun. „Sie können selbst Objekte mit geringem Eigengeruch wahrnehmen und sind daher ideal für die schnelle Kontrolle von Gepäckstücken, Postsendungen oder ganzen Containern.“  

 

Die Erfahrungen aus dem Einsatz der Spürhunde in Frankfurt, Hamburg, Nürnberg oder Bremen stimmen Artenschützer wie Zollbeamte gleichermaßen optimistisch. Die Hunde werden auf etwa 15 Geruchsbilder trainiert und sobald sie bei ihrer Kontrolle einen der angelernten Gerüche erkannt haben, werden sie mit dem Zuspielen eines Spielzeugs, wie etwa einer Beißwurst, belohnt. Auf dem größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main seien Artenschutz-Spürhunde bereits seit knapp drei Jahren sehr erfolgreich im Einsatz, so der WWF.  

 


Hintergrund: Schildkröten im Kulturbeutel, Papageieneier in der Unterhose
Dutzende kleiner Schildkröten im Kulturbeutel, Papageieneier in der Unterhose, oder Pfeilgiftfrösche in Trinkflaschen, wahlweise auch Aktentaschen aus Krokoleder, Zebrafell und Korallenketten - Tier- und Pflanzenarten sind nach Waffen und Drogen weltweit das lukrativste Schmuggelgeschäft. Doch nicht nur kriminelle Profis, auch Touristen gefährden durch das Sammeln oder den Kauf dieser Souvenirs den Bestand der jeweiligen Arten. Und zugleich werden sie - wissentlich oder unbeabsichtigt - zu Artenschmugglern – mit unangenehmen Folgen bei der Rückkehr aus dem Urlaub. Weitere Informationen und ein Leitfaden für Verbraucher: www.wwf.de/souvenirfuehrer

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