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Auf dem Land ist ohne Moos nix los

12. Januar 2006

Umweltorganisationen fordern Stärkung der ländlichen Räume durch eigenständige Bund-Länder Initiative 'LEADER Natur'

 

Berlin, 12.01.06-Mit Besorgnis haben zehn Umweltverbände auf die Brüsseler Entscheidungen zum EU-Haushalt 2007 bis 2013 reagiert. Massiv betroffen von den Kürzungen ist die ländliche Entwicklung, die so genannte zweite Säule der Agrarpolitik. Diese Mittel sind für die strukturschwachen Regionen in Deutschland von enormer Bedeutung. Mit den Geldern wurden in der Vergangenheit Arbeitsplätze im ländlichen Raum geschaffen, sie dienten überdies dazu, Naturschutz gemeinsam mit Land- und Forstwirten umzusetzen. Nach Einschätzung der verbände haben die Kürzungen dramatische Folgen für die von der EU zwingend vorgeschriebene Sicherung des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

 

 

 

Um den erheblichen Einschnitten entgegen zu wirken, fordern die Umweltorganisationen die Schaffung einer Bund-Länder-Initiative 'Natur als Kapital', die eine ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche Entwicklung ländlicher Regionen fördert. Als Vorbild dient das bisherige LEADER-Programm der EU. Neu wäre die enge Bindung dieses EU-Programms an bedeutsame Naturräume wie z.B. große Natura 2000 Gebiete, Naturparke oder Biosphärenreservate. Dies sind vielfach strukturschwache Regionen, in denen aus den natürlichen Gegebenheiten besonderer wirtschaftlicher Nutzen gezogen werden kann. 'Wir sehen in der Initiative eine Chance, Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen und gleichzeitig die Ziele der EU zur Sicherung von Natura 2000 zu gewährleisten', betont Martina Fleckenstein vom WWF. Die Umsetzung der Initiative sollte gemäß des LEADER-Programms der EU durch Zusammenarbeit der lokalen Akteure eine ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche Entwicklung ländlicher Regionen miteinander verbinden.

 

 

 

'Die Initiative ist dringend erforderlich, um ungenutzte ökonomische und ökologische Potenziale zu erschließen und damit den naturschutzfachlich wertvollen, aber strukturschwachen Regionen eine Perspektive zu bieten', sagt NABU-Agrarreferent Florian Schöne. Ausgestattet werden solle das Programm mit rund 150 Mio. Euro für den Zeitraum 2007 bis 2013. Mit diesen Mitteln könnten rund 50 Regionen unterstützt werden. Zur Finanzierung der Initiative fordern die Verbände eine verstärkte Umschichtung von Mitteln aus der klassischen Agrarpolitik in die ländliche Entwicklung. Bund und Länder seien gefordert, die Weichen in die richtige Richtung zu stellen und in der anstehenden Programmplanung diese Initiative zu verankern.

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