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Babyboom beim seltensten Nashorn der Welt

01. September 2006

WWF freut sich über die Geburt von vier Jungtieren auf Java

 

Frankfurt, 01. September 2006: Die seltensten Dickhäuter der Welt haben Nachwuchs: Forscher haben die Geburt von vier Java-Nashörnern im Ujung Kulon Nationalpark auf der indonesischen Insel Java bestätigt. "Das ist ein überraschender Babyboom", freut sich Stefan Ziegler, WWF-Artenschutzexperte. "Weltweit gibt es nur noch maximal 65 Java-Nashörner: Vier Jungtiere geben uns neue Hoffnung, dass sich der Bestand zumindest auf Java erholt. Dennoch werden wir weiter darum kämpfen müssen, dass die Art langfristig überlebt."

 

Das Java-Nashorn ist das weltweit seltenste der fünf Nashorn-Arten und ist stark vom Aussterben bedroht. Zwischen 28 und 56 Tiere leben im Ujung Kulon Nationalpark, die einzige andere bekannte Population ist im Cat Tien Nationalpark in Vietnam. Dort gibt es vermutlich nur noch höchstens acht Nashörner.

 

Ein Team aus Wildhütern, WWF-Fachleuten und Einheimischen hat sich auf Spurensuche begeben, um nach dem jüngsten Erdbeben auf Java Ende Mai nach den Nashörnern zu sehen. Innerhalb von ein paar Tagen fand das Team verschiedene kleine Nashorn-Fußabdrücke neben größeren in unterschiedlichen Gebieten vor. Außerdem hatten einige Experten unwahrscheinliches Glück: Sie begegnetem einem Jungtier mit seiner Mutter. Da die einzelnen, kleineren Fußabdrücke und die Begegnung in größerer Entfernung voneinander lagen, schließt das Team auf vier Jungtiere. Dies sind die ersten bekannt gewordenen Geburten von Java-Nashörnern in den letzten drei Jahren. Jetzt hofft der WWF, dass die aufgestellten Fotofallen bald Aufnahmen der Jungtiere machen werden.

 

Der WWF fordert von der für den Ujung Kulon Nationalpark zuständigen Behörde, dass die Hauptbedrohungen für diese seltene Tierart Schritt für Schritt ausgeschlossen werden. Dazu zählen: Konkurrenz um Futter und Lebensraum und potenzielle Krankheitsübertragung durch frei vagabundierendes Weidevieh am Nationalparkrand sowie die starke Ausbreitung der Arenga-Palmen, die die Nahrungspflanzen der Nashörner verdrängen. Der WWF empfiehlt außerdem dringend die Umsetzung der bereits seit Februar 2006 vorliegenden staatlichen Strategie zur Etablierung einer zweiten Nashornpopulation außerhalb des Parks. Dieser zweite Bestand soll im Falle einer Wildtier-Krankheit oder sonstiger Katastrophen wie Erdbeben oder Tsunamis sicherstellen, dass die Art nicht ausstirbt.

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