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Bayern-Notfallplan für Bären

18. April 2007

WWF: Bayerischer Managementplan für Bären nur erster Schritt

 

Frankfurt - Das Bayerische Umweltministerium hat gestern einen ersten Teil des angekündigten Managementplanes für Bären vorgelegt. Unter Mitarbeit zahlreicher Organisationen, darunter des WWF, wurden Richtlinien erarbeitet, nach denen vorgegangen werden soll, würde erneut ein Bär nach Bayern einwandern. Der WWF sieht allerdings große Lücken und bemängelt eine fehlende Vision, Bayern wieder zu einem Bärenland zu machen. „Dieser Plan ist zwar ein wichtiger erster Schritt im Umgang mit Bären, aber lediglich ein Notfallplan für einen nach Bayern einwandernden Braunbären. Weitere Pläne für Tiere, die sich in Bayern ansiedeln und vermehren, müssen noch folgen“, fordert WWF-Artenschutzexperte Volker Homes: „Jetzt muss das Ministerium einen genauen Zeitplan für die nächsten Jahre vorlegen“.  

 

Eine Rückkehr der Bären nach Deutschland begrüßt der WWF ausdrücklich. „Der Bär hatte hier einst seine Heimat und es gibt genügend Raum für die Rückkehrer“, so Homes weiter und fordert einen Bärenmanagementplan für ganz Deutschland: „Bären sind wandernde Tiere und orientieren sich nicht an Ländergrenzen.“ Der WWF kritisiert, dass die Behörden im vorgelegten Plan keine Aussagen darüber treffen, wo und wieviele Bären in Bayern Platz hätten. Auch bei der genannten Öffentlichkeitsarbeit nimmt der WWF die Regierung in die Pflicht und fordert konkrete Schritte und die Nennung eines Budgetrahmens.  

 

Ein vollständiger Bärenmanagementplan wie er in Österreich seit 1996 vorliegt, dient dazu, das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier zu regeln. Darin enthalten sind Schutzmaßnamen, die Imker und Schafhalter treffen können, Entschädigungsregelungen für Viehschäden aber auch der Umgang mit auffälligen Tieren. Die Rückkehr des ersten Braunbären in Deutschland nach 170 Jahren im vergangenen Frühsommer traf die bayerischen Behörden unvorbereitet. Der WWF forderte damals umgehend die Erstellung eines Managementplanes für Bären „Der nächste Braunbär kann bereits diesen Sommer einwandern. Das Bärenjahr beginnt jetzt und allein in Südtirol werden sich diesen Sommer etwa acht bis zehn Jungtiere von ihren Müttern lösen und auf Wanderschaft gehen“, erläutert Homes.  

 

Seit über zehn Jahren arbeitet der WWF an dem ehrgeizigen Ziel, den Braunbären wieder in den Alpen heimisch zu machen. Die Rückkehr von Wolf und Bär steht auch für die Glaubwürdigkeit Deutschlands im internationalen Naturschutz: „Wir können nicht von Ländern in Afrika, Asien oder Südamerika intensive Schutzanstrengungen fordern, wenn wir dies in Deutschland selbst nicht umsetzen, obwohl es bei uns möglich ist“, betont Homes.

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