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Begegnungen der neuen Art: „Vampirfrosch“ und „Alien -Gecko“

25. September 2009

WWF-Report: 163 neue Arten im „Greater Mekong“-Gebiet entdeckt und schon bedroht

 

Allein im vergangenen Jahr wurden im Einzugsgebiet des unteren Mekong 163 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt, so der aktuelle WWF-Report „Close Encounters“ – Begegnungen der neuen Art“. Darunter sind ein vogelfressender Frosch mit Fangzähnen und ein Leoparden-Gecko, der mit seinen orangen Katzenaugen, den spindeldürren Gliedern und der fluoreszierenden Haut aussieht wie ein Wesen aus einer fremden Welt. Kaum entdeckt sind sie schon stark von Lebensraumverlust und Handel mit Wildarten bedroht. „Die neuen Funde zeigen, dass im „Greater Mekong“-Gebiet vermutlich noch hunderte Arten auf ihre Entdeckung warten“, so WWF-Süßwasserexperte Martin Geiger. „Sie drohen auszusterben, ohne jemals von Forschern gesichtet worden zu sein.“

 

Insgesamt 100 Pflanzen-, 28 Fisch-, 18 Reptilien-, 14 Amphibien-, 2 Säugetierarten sowie eine „flugfaule“ Vogelart wurden im Einzugsgebiet des unteren Mekong jüngst beschrieben. Zu den kuriosesten Arten zählen eine getigerte Grubenotter, eine rubinrote Odessabarbe sowie der Nonggang-Schwätzer, der seine Flügel nur in Gefahrensituationen benutzt. „Der entdeckte Leoparden-Gecko ist eine biologische Sensation“, so Martin Geiger. „Seine grellen Katzenaugen und das Fleckenmuster könnten ihm jedoch zum Verhängnis werden. Sie machen ihn zu einer Goldgrube für Reptilienhändler.“

 

Ein Teil der neu entdeckten Arten lebt in sogenannten Insel-Habitaten, also in isolierten Lebensräumen. Werden diese „Inseln“ zerstört, so verschwinden bestimmte Tier- und Pflanzenarten für immer von der Bildfläche. Im Greater Mekong Gebiet, das sich über Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam und Südwest-China erstreckt, stellt die Verbauung der Flüsse, die Umwandlung von Wald in landwirtschaftliche Flächen, der Bergbau und die Zerstückelung der Landschaft durch Strassen und Infrastruktur eine große Gefahr für die biologische Vielfalt dar. Über 240 große Staudämme sind in der Region bereits gebaut  oder konkret in Planung. Diese seien für die bekannten und noch unentdeckten Arten, vor allem auch die  wandernden Fischarten wie den Riesenwels oder die Riesenbarbe, eine Katastrophe. „Grenzübergreifende Schutzgebiete, die auch die Dynamik des Mekongs und seiner Nebenflüsse wahren, sind für den Erhalt der außergewöhnlichen Artenvielfalt unabdingbar“, fordert WWF-Experte Martin Geiger.

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