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Stand: 12.10.2017

Krokodilstränen: Eine Delikatesse für Schmetterlinge

Tropische Schmetterlinge trinken die Tränenflüssigkeit eines Kaimans. © Mark Cowan / Caters News / Animal Press
Tropische Schmetterlinge trinken die Tränenflüssigkeit eines Kaimans. © Mark Cowan / Caters News / Animal Press

Krokodilstränen: Eine Delikatesse für Schmetterlinge

Nein, dieser Kaiman im peruanischen Regenwald hat sich nicht für einen besonderen Anlass herausgeputzt... Was da auf dem Kopf des Reptils sitzt, sind jede Menge tropische Schmetterlinge. Sie haben es auf die Tränenflüssigkeit des kleinen Räubers abgesehen – denn die enthält Salz. Und das ist im südamerikanischen Regenwald oft Mangelware.

 

Denn die sattgrünen, üppigen Regenwälder wirken mit ihrer großen Artenvielfalt zwar besonders fruchtbar, die Böden sind aber tatsächlich meist sehr nährstoffarm. Vor allem tierische Bewohner müssen daher bei der Nahrungsbeschaffung manchmal regelrecht kreativ werden. Schmetterlinge etwa ernähren sich vor allem von Blütennektar. Ihren Salzbedarf können sie damit jedoch nicht decken. Da bieten die Krokodilstränen eine gute Alternative.

 

Auch wenn es paradox klingt: Der Nährstoffmangel in tropischen Regenwäldern ist mitverantwortlich für die dortige Artenvielfalt. Denn keine Art kann sich so massiv ausbreiten, dass sie andere verdrängt. Man sagt daher auch, es sei leichter, in tropischen Regenwäldern zehn verschiedene Schmetterlingsarten zu finden als zehn Schmetterlinge einer Art.

 

Streberwissen: Bislang sind mehr als 1,7 Millionen Tier- und Pflanzenarten auf der Erde wissenschaftlich beschrieben. Experten schätzen jedoch, dass die Zahl der noch unentdeckten Arten um ein Vielfaches höher liegt. Obwohl tropische Regenwälder nur einen kleinen Teil der weltweiten Landmasse bedecken, haben sie eine besonders hohe biologische Vielfalt. Schützt man den Regenwald, bewahrt man also gleichzeitig auch viele Arten vor dem möglichen Aussterben.

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