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Stand: 26.07.2017

Schwarzfußiltis

Schwarzfußiltis © WWF USA / Clay Bolt
Schwarzfußiltis © WWF USA / Clay Bolt

Auswilderungsprogramm für bedrohten Marder

Ein wenig skeptisch schaut dieser junge Schwarzfußiltis (Mustela nigripes) ja schon aus seinem Transportkäfig. Umso mehr strahlt WWF Biologin Kristy Bly. Sie hat die Auswilderung des seltenen Marders monatelang vorbereitet und freut sich nun über einen weiteren Erfolg. Denn der Schwarzfußiltis galt im Norden der USA bereits als ausgestorben, als man 1981 zur Überraschung vieler Experten wieder eine kleine Population in Wyoming entdeckte und ein umfangreiches Schutz- und Auswilderungsprogramm für ihn startete. Damals gelang es, die letzten achtzehn Tiere für das Programm einzufangen. In der Fort Belknap Reservation im Norden Montanas hilft Kristy Bly, junge Schwarzfußiltisse gegen Krankheiten zu impfen und auf ihr zukünftiges Leben in Freiheit vorzubereiten:  Erst wenn sie gezeigt haben, dass sie selbständig ihre Lieblingsbeute - den Präriehund - erbeuten können, werden sie ausgewildert.

Denn der Schwarzfußiltis ist ein anspruchsvoller Spezialist: Er jagt nahezu ausschließlich Präriehunde, eine Gattung der Erdhörnchen, die mit den Murmeltieren verwandt ist. Diese Spezialisierung wurde ihm zum Verhängnis, denn Präriehunde wurden seit Beginn des 20. Jahrhunderts als Schädlinge in der Landwirtschaft betrachtet und zu Tausenden vergiftet. So verlor der Schwarzfußiltis seine Haupt-Nahrungsquelle. Hinzu kam die Pest – die bei Wildtieren vom gleichen Erreger wie die Beulen- und Lungenpest bei Menschen verursacht wird und der auch heute noch viele Schwarzfußiltisse und Präriehunde zum Opfer fallen.


Die gelungene Auswilderung des flinken Marders mit den schwarzen Beinen ist ein tolles Beispiel dafür, was wir bewirken können, wenn Staats- und Bundesbehörden, Zoos, Stammesgemeinschaften, Privatgrundbesitzer und WWF gemeinsam an einem Ziel arbeiten.

 

Streberwissen: Inzwischen gibt es in Nordamerika wieder rund 800 Schwarzfußiltisse, ca. 300 davon leben in der Wildnis. Sie alle sind die Nachfahren der 18 Exemplare, die zwischen 1984 und 1987 von Biologen eingefangen wurden. Der Schwarzfußiltis gehört zu den am stärksten bedrohten Säugetierarten Nordamerikas.

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