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Stand: 10.01.2018

Tankerunglück!

Der iranische Öltanker Sanchi steht 300 Kilometer vor der chinesischen Küste in Flammen. © AP / dpa
Der iranische Öltanker Sanchi steht 300 Kilometer vor der chinesischen Küste in Flammen. © AP / dpa

Vier Tage nach dem Zusammenstoß mit einem Getreidefrachter steht der iranische Öltanker Sanchi 300 Kilometer vor der chinesischen Küste noch immer in Flammen. Ein Toter wurde geborgen, die übrigen 32 Mitglieder der Crew bleiben vermisst. Die Löscharbeiten gestalten sich wegen des schlechten Wetters und des giftigen Rauchs extrem schwierig und mussten wegen mehrerer Explosionen unterbrochen werden. Die Umweltschäden sind schwer kalkulierbar. Der Tanker hatte 136.000 Tonnen sogenanntes „Kondensat“ gebunkert.

 

Zudem ist davon auszugehen, dass aus den Treibstofftanks des Schiffes besonders schmutziges Schweröl ins Meer gelangt. Der WWF befürchtet, dass sich die Auswirkungen nicht auf die Unfallstelle beschränken, sondern auch das nahe gelegene Flussdelta des Yang Tse bedroht ist - und damit die Rastplätze zahlreicher Zugvögel entlang der Flugroute nach Australien. Aufgrund der Oberflächenströmung in diesem Meeresgebiet könnte ein Ölteppich in Richtung Südjapan getrieben werden. Dort liegt die Yakushima Island mit den für Japan wichtigsten Meeresschildkrötennistplätzen. 

 

Streberwissen: Im Unterschied zu den großen Tankerkatastrophen in der Vergangenheit hatte die Sanchi kein Schweröl wie z.B. die vor Spanien gesunkene Prestige oder Rohöl wie die in der Arktis havarierte Exxon Valdez geladen. Der iranische Tanker unter panamaischer Flagge hatte Kondensat gebunkert, das sich zu Flugbenzin, Diesel oder Heizöl verarbeiten lässt. Kondensat ist weniger zäh und leicht flüchtig. Deshalb besteht erhöhte Explosionsgefahr.

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