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Delfine im Mekong vor Auslöschung

18. Juni 2009

WWF-Studie: Umweltverschmutzung ist die Hauptursache.

 

Die Irawadi-Flussdelfine im Mekong stehen unmittelbar vor der Auslöschung. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der Umweltschutzorganisation WWF. Demnach verursacht ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren das seit Jahren beobachtete Massensterben unter den Delfinkälbern. Vor allem die Giftstoffe DDT und PCB, von den Jungtieren über die Muttermilch aufgenommen, setzen der Körperabwehr zu. Zusätzlich werden die Tiere durch die Folgen von Inzucht körperlich labil. Die letzte Population im Mekong lebt in einem 190 km langen Flussabschnitt zwischen Kambodscha und Laos. Seit 2003 sind 88 Delfine der Population gestorben, über 60 % davon waren weniger als zwei Wochen alte Kälber. Aktuell gibt es nach WWF-Angaben nur noch zwischen 64 und 76 Flussdelfine im Mekong.

 

„Die Untersuchungen der Kadaver haben ergeben, dass die Tiere an einer Bakterienerkrankung gestorben sind“, so WWF-Mekong-Experte Dr. Petr Obrdlik. „Normalerweise wäre diese Erkrankung nicht lebensbedrohlich, doch das Immunsystem der Delfine war durch Umweltschadstoffe stark angegriffen.“ Forscher fanden pro Gramm Gewebe 4100 bis 12000 ng giftige Rückstände des Insektenvernichtungsmittels DDT. Schon eine Konzentration von 22 ng pro Gramm Gewebe führt bei Delfinen zu einer schwerwiegenden Schädigung des Immunsystems. Auch organische Umweltgifte wie das weltweit verbotene und krebserregende PCB sowie das Schwermetall Quecksilber wurden nachgewiesen.

 

„Der WWF sucht derzeit wie die Schadstoffe in den Mekong-Strom gelangen. Doch das ist leider alles andere als einfach, denn das Einzugsgebiet des Flusses erstreckt sich über mehrere Landesgrenzen“, so Dr. Petr Obrdlik. Die Schadstoffe könnten auch eine Gefahr für die am Mekong-Fluss lebenden Menschen darstellen, da sie sich vom selben Wasser und den Fischen ernähren wie die Delfine. „Es muss dringend ein grenzübergreifendes Gesundheitsprogramm geben, um das Aussterben der Delfine durch die Folgen der Umweltverschmutzung zu verhindern“, fordert Dr. Obrdlik.

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