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Dem Kabeljau wird es zu heiß

07. Mai 2007

WWF-Report: Klimawandel verschärft die Krise des überfischten Kabeljaus

 

Hamburg - Die ausgebeuteten Kabeljaubestände im Nordostatlantik leiden laut einer neuen WWF-Studie zunehmend unter den Folgen des Klimawandels. „Wärmere Meere verschärfen das Drama des überfischten Kabeljaus. Die Kombination aus Klimawandel und kommerzieller Ausbeutung macht es immer wahrscheinlicher, dass die Kabeljaubestände zusammenbrechen“, so WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper. Die Erwärmung des Nordostatlantiks führt nach Angaben des Reports dazu, dass der Kabeljau immer langsamer wächst und immer weniger neue Fische die geschwächten Bestände auffrischen.  

 

Der Klimawandel trifft den Nordostatlantik und hier insbesondere die Nordsee besonders stark. Experten messen in der Nordsee seit 1993 einen jährlichen Temperaturanstieg von 0,13 Grad Celsius, die Gesamttemperatur ist mittlerweile um 1,7 Grad angestiegen. Für den gesamten Nordostatlantik kommen Klimamodelle im Laufe des 21. Jahrhunderts auf eine Erwärmung um 0,5 bis 1 Grad Celsius.  

 

Als Folge sei, so die WWF-Studie, schon in den 90er Jahren ein deutlich geringeres Anwachsen der Kabeljaubestände zu beobachten gewesen. Wärmere Meere beeinträchtigen das Nahrungsangebot für Fischlarven. So wachsen sie langsamer, ihre Überlebenschancen sinken. „Überfischung und Klimawandel sind ein Teufelskreislauf. Je dezimierter die Bestände, desto stärker leidet der Kabeljau unter höheren Temperaturen und unverantwortlichen Fangquoten. Nur gesunde Fischbestände können angemessen auf Veränderungen reagieren“, so WWF-Sprecherin Vesper. Allein in der Nordsee werden jährlich 28.000 Tonnen Kabeljau gefangen.  

 

Die Folgen der Meereserwärmung müssen in der Fischereipolitik berücksichtigt werden, so der WWF. „Dieser doppelte Druck macht es derzeit unmöglich, dass sich der Kabeljau erholt. Der WWF fordert einen rigorosen Fangstopp für die am stärksten gefährdeten Bestände“, sagte Vesper. Die Umweltorganisation setzt sich zudem für eine drastische Reduktion des CO2-Ausstoßes ein, um die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen.

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