Content Section

Die Rückkehr der großen Drei

10. Dezember 2006

WWF: Deutschland ist jedoch auf Bär, Wolf und Luchs noch nicht ausreichend vorbereitet

 

Frankfurt a. M., 10. Dezember 2006 - Zum Internationalen Tag der Berge am 11.12.2006 fordert der WWF ein verbessertes grenzübergreifendes  Wildtier-Management für Bär, Wolf und Luchs. „Die seltenen Raubtiere sind dabei, sich in Alpen und Mittelgebirgen Mitteleuropas Lebensräume zurückzuerobern, aus denen sie über hundert Jahre verschwunden waren. Das ist ein Riesen-Erfolg für den Artenschutz“, freut sich WWF-Experte Volker Homes. Nun sei es nötig, Richtlinien zu erarbeiten, die das Nebeneinander von Mensch und Tier ermöglichen und Konflikte vermeiden helfen.  

 

„Wir brauchen in ganz Deutschland möglichst bald mehr und länderübergreifende Management-Pläne“, so Homes. Diese regeln beispielsweise, wie Landwirte entschädigt werden, wenn Bären oder Wölfe Schafe reißen, zeigen Schutzmaßnahmen für Imker auf und geben Anleitungen, wie Menschen und Wildtiere zusammen leben können. Der WWF setzt sich dafür ein, alle Interessensgruppen in die Entwicklung des Wildtier-Management einzubeziehen. „Nur wenn Behörden, Landwirte, Jäger und Artenschützer an einem Strang ziehen, haben die Rückkehrer eine echte Chance“, so Homes. In Österreich und der Schweiz gibt es diese Pläne bereits. Sie haben sich bewährt und können für Deutschland als Vorbild dienen. Zudem müsse die Bevölkerung auf die Rückkehr der Raubtiere vorbereitet werden. „Die Erfahrung zeigt, dass dort, wo man die Sorgen der Menschen ernst nimmt und sie informiert, die Akzeptanz für Bären, Luchse und Wölfe deutlich steigt“, erläutert Homes.  

 

In Deutschland leben Wölfe heute wieder in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen. Auch Luchse sind in zusammenhängenden Waldgebieten wieder heimisch. Im Bayerischen Wald sind es heute 15 bis 20 erwachsene Tiere. Kleine Bestände gibt es beispielsweise im Pfälzer Wald, im Harz, im Schwarzwald oder im Fichtelgebirge. Der erste Braunbär seit rund 170 Jahren wanderte im Frühsommer aus Österreich nach Deutschland ein. Experten sind sich sicher, dass es nicht der letzte gewesen sein wird.  

 

Der Tag der Berge wird von der Welternährungsorganisation FAO der Vereinten Nationen seit 2003 veranstaltet und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Management von Biodiversität für ein besseres Leben“. Bergregionen sind weltweit Zentren der Artenvielfalt. Etwa ein Viertel aller an Land lebenden Tier- und Pflanzenarten ist auf Berg-Lebensräume angewiesen.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken