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Die 'Schnee-Tiger' halten sich

13. Februar 2007

Umweltschützer bestätigen nach umfassender Zählung: Bestand der Amur-Tiger bleibt stabil

 

Frankfurt a. M., 16.06.05: Es war eine der bislang umfassendsten Zählungen des durch Wilderei und Lebensraumzerstörung bedrohten Sibirischen Tigers, die in den vergangenen Wintermonaten von rund 1.000 Biologen und Wildaufsehern im Russischen Fernen Osten durchgeführt worden war. Nun freuen sich Umweltorganisationen aus aller Welt über das heute offiziell bekannt gegebene Ergebnis: Die Zahl der Sibirischen (auch: Amur-) Tiger ist stabil geblieben. Man geht nun von mindestens 431 bis maximal 529 Tieren aus, die noch in freier Wildbahn leben. Bei der letzten Zählung Mitte der 90er Jahre konnten rund 450 Tiere nachgewiesen werden. Für den WWF, der sich neben vielen anderen Organisationen finanziell und konzeptionell an dem Tiger-Zensus beteiligte, ist das Ergebnis eine Bestätigung für seine jahrelangen Bemühungen um diese äußerst selten gewordenen Tiere.

 

Die Sibirischen Tiger waren um 1940 so gut wie ausgestorben - nur noch etwa 30 Tiere konnten sich bis dahin vor den Flinten und Fallen skrupelloser Jäger in Sicherheit bringen. Die Tiere waren und sind bis heute wegen ihrer beeindruckenden Felle und aufgrund der illegalen Nachfrage nach Tigerknochen in der traditionellen asiatischen Medizin ein begehrtes Jagdopfer. Die Jagd ist allerdings seit 1947 verboten. Hinzu kommen zunehmend Konflikte zwischen Menschen und Tigern am Rande von Siedlungen, die auf beiden Seiten Opfer fordern.

 

Frank Mörschel, der beim WWF Deutschland die Naturschutzprojekte im Russischen Fernen Osten koordiniert, nahm im Februar einige Tage an der aufwändigen Zählung teil und hoffte seither auf positive Zahlen: 'Die Wilderei und der Raubbau an seinem natürlichem Lebensraum hätten uns beinahe eines der schönsten und imposantesten Tiere gekostet. Kaum einer hätte gedacht, dass es noch gelingen wird, den Amur-Tiger in Sibirien zu retten. Aber jetzt wissen wir, dass wir erfolgreich sein können.' Unter den nun nachgewiesenen Tigern vermuten die Forscher etwa 97 bis 112 Jungtiere. 'So viel Nachwuchs-das ist für den WWF ein zusätzlicher Hoffnungsschimmer für die langsame, aber stetige Erholung der Tiger', erläutert Mörschel. Staatliche Projekte zum Schutz der Tiger sowie ein 1993 vom WWF ins Leben gerufenes Schutzprogramm trugen dazu bei, dass sich deren Anzahl stabilisierte. Die nun vorliegenden Zahlen sind das Ergebnis eines Langzeitprojekts vieler Partner. An dem Tiger-Zensus beteiligten sich neben dem WWF: Ministry of Natural Resources, Russian Federation, The National Fish and Wildlife Foundation’s Save-the-Tiger Fund, sponsored by Exxon-Mobil, 21st Century Tiger, U.S. Fish and Wildlife Service’s Rhinoceros Tiger Conservation Fund, Wildlife Conservation Society, Amur, The Main Authority of Natural Resources Supervision, Authority of Natural Resources Supervision in Primorskii krai, Authority of Natural Resources Supervision in Khabarovskii krai, Inspection Tiger, Khabarovsk Krai Government, Primorski Krai Administration, Khabarovski Krai OkhotNazor, Primorski Krai OkhotNazor, VINNIOZ - All Russia Institute for Wildlife Management, Institute of Geography, Far Eastern Branch of the Russian Academy of Sciences, Institute of Biology and Soils, Far Eastern Branch of the Russian Academy of Sciences, Kedrovya Pad Zapovednik, Ussuriski Zapovednik, Lazovski Zapovednik, Sikhote-Alin Zapovednik, Bolshe-Khekhtsirski Zapovednik, Botchinski Zapovednik

 

 

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