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Die WWF-Gartentipps

08. März 2007

 

Frankfurt, 08. März 2007: „Mit nur wenigen Schritten kann man schon bei der Gartenarbeit und sogar beim Grillen viel für die Umwelt tun“, behauptet Nina Griesshammer. Sie ist beim WWF Deutschland unter anderem für den Schutz der Wälder zuständig. „Es gibt viele sinnvolle Tipps, wie man aus dem eigenen Garten oder Balkon nicht nur einen gemütlichen Platz zum Entspannen, sondern sein ganz persönliches umweltfreundliches Paradies schaffen kann“, sagt sie. Im Folgenden sind einige ihrer wichtigsten Öko-Tipps für die nun beginnende Freiluftsaison aufgeführt:  

 

Der Garten – eine giftfreie Zone

 

Der Ehrgeiz, das eigene Terrain frei von Schädlingen und „Unkraut“ zu halten, treibt Gartenbesitzer mitunter zu brachialen Methoden: Beim Kampf gegen Ameisen, Schnecken, Käfer, Mehltau, Blattläusen, so genanntes Ungeziefer, und wild wachsende Kräuter und Moose werden hunderte Tonnen Pestizide in deutschen Gärten verspritzt, vergossen oder ausgelegt. Die Folge: Die Gifte gelangen ins Grundwasser oder in die Luft und setzen sich auf Kleider und Lebensmittel.

 

Manche dieser Umweltgifte sind wahre Biowaffen: Beispiele aus dem Tierreich legen nahe, dass schon geringste Mengen Krebs auslösen, die Fruchtbarkeit beeinflussen und zu Verhaltensstörungen führen können. Und sie vernichten nicht nur die unerwünschten „Schädlinge“, sondern haben auch zu oft negative Auswirkungen auf andere Lebewesen, wie zum Beispiel Vögel.

 

Wer den Schädlingen im Garten auch ohne Gift den Kampf ansagen will, kann dies durch einfache Maßnahmen tun. Zuallererst gilt: Vielfalt im Garten schützt vor Schädlingen. Hecken, Stein- und Reisighaufen oder begrünte Fassaden bieten zum Beispiel einen guten Lebensraum für Igel, Vögel und nützliche Insekten, die kleine Tierchen von den Blumen fernhalten.

 

Der richtige Standort gibt Pflanzen natürlichen Schutz. Gärtnereien geben Tipps für den idealen Platz für Sträucher und Blumen. Wo kein Platz ist und nur wenig Licht hinkommt, da wächst erst gar kein Unkraut. Pflanzen sollte man deshalb möglichst dicht aneinander setzen und die Zwischenräume mit Mulch abdecken. Wo dennoch ungewünschte Moose oder Gräser wachsen, sollte man zu „grobem“ Gerät wie einer Harke oder einem Vertikutierer greifen. Netze versperren größeren tierischen Eindringlingen den Weg.  

 

Düngen: Am besten mit Kompost oder torffreier Erde

 

Biologische Garten- und Küchenabfälle sind am besten auf dem eigenen Komposthaufen aufgehoben. Dort ersetzen Regenwürmer, Asseln und Mikroorganismen die Arbeit der Müllverbrennungsanlage und verwandeln den Bio-Müll in kostenlosen Dünger. Wer beim Düngen nicht ganz auf „fremde Hilfe“ verzichten möchte, sollte beim Kauf von Pflanzenerde ausschließlich torffreie Produkte wählen, denn: Der Jahrhunderte lange Torfabbau hat den Hochmooren in Europa schwer zugesetzt.

 

In Deutschland gelten nur noch rund fünf Prozent der einstigen Hochmoorflächen als natürlich oder naturnah. Torffreie Blumenerde ist mittlerweile in vielen Märkten erhältlich und besteht aus Holzfasern, Rindenhumus, Kompost, Tonmineralien und Lavagranulaten, die Wasser und Nährstoffe optimal speichern.  

 

Regen: Ab in die Tonne!

 

Sauberes Wasser wird zunehmend zum kostbaren Gut. Das zeigen auch die steigenden Kosten für Trinkwasser und Kanalnutzung. Regenwasser sollte deshalb nicht ungenutzt direkt in die Abwasserkanäle geleitet werden, sondern in einer Tonne aufgefangen und zum Blumengießen verwendet werden.

 

Den Rasen sollte man ausschließlich bei extremer Trockenheit sprengen. Um die Verdunstung möglichst gering zu halten, sollte der Garten grundsätzlich nur morgens oder abends bewässert werden.  

 

Sammelplätze für Tiere

 

Alte Baumstämme sind ein beliebter Platz für zahlreiche nützliche Insekten. Naturnahe Hecken, die Vögeln und Insekten Lebensraum und Nahrung bieten, sind die besten Begrenzungen. Für den Rasenmäher schwer zugängliche Ecken kann man als Blumenwiese oder Kräuterbeet anlegen. Darüber freuen sich ganz besonders Schmetterlinge.  

 

Die richtigen Gartenmöbel gehören auch dazu

 

Die meisten Menschen denken bei der ökologischen Gestaltung ihres Gartens gar nicht daran, dass sie schon beim Kauf von Holzmöbeln für Garten oder Balkon einen Beitrag zum Umweltschutz leisten können. Wer Stühle, Tische und Bänke sowie Hängematten aus Holz kauft, sollte auf das Siegel des FSC – ein stilisierter Baum mit dem Kürzel FSC – achten. Dieses Siegel garantiert, dass das verwendete Holz aus umwelt- und sozialverträglicher Waldwirtschaft stammt und für die Produktion des Möbelstücks keine Wälder kahl geschlagen oder wertvolle Tropenwälder vernichtet wurden.

 

Die ökologisch beste Wahl trifft, wer Gartenmöbel aus heimischen Hölzern wie Eiche und Lärche wählt – auch hier aber nur mit FSC-Logo. Die Transportwege und der damit verbundene Schadstoffausstoß sind um ein Vielfaches geringer als beim Import von Tropenhölzern. Stehen die Möbel dann im Garten oder auf der Terrasse, kommt es auf die richtige Pflege an: Alle Holzarten, darunter auch Eiche, Kiefer und Lärche, „leben“ und sind nur bedingt wetterfest. Sie vertragen keine andauernde Feuchtigkeit und sollten deshalb mit natürlichen Ölen oder Wachsen widerstandsfähiger gemacht und vor „nassen Füßen“ geschützt werden. Dann halten sie auch schlechter Witterung lange stand.  

 

Leckeres vom Öko-Grill

 

Auch beim Kauf von Holzkohle sollten die Verbraucher auf das Siegel des FSC achten. FSC-Holzkohle wird in Deutschland in Baumärkten, Supermärkten und Tankstellen angeboten. Zum Anfeuern eines möglichst ökologischen Grillfeuers empfiehlt der WWF, statt übel riechender chemischer Brandbeschleuniger einen Kaminanzünder zu verwenden. In dem Kamin, der unter anderem in Baumärkten erhältlich ist, bringt man die Holzkohle mit etwas brennendem Papier sehr schnell zum Glühen.

 

Perfektioniert wird der Öko-Grill mit dem Kauf von passendem Grillzubehör: Fleisch, Fisch, Gemüse und Kartoffeln sind auf Bratplatten aus Metall oder Speckstein besonders gut aufgehoben. Wer die Leckereien sorgfältig aufspießt und über dem Feuer dreht, sorgt am besten dafür, dass das Grillgut nicht verkohlt oder in die Glut fällt. Austretendes Fett sollte nicht in die Glut geraten, da der entstehende Rauch giftige Substanzen enthalten kann.  

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