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Donau soll Wasser-Highway werden

28. Oktober 2009

EU-Pläne sind Gefahr für die letzten großen Auenlandschaften Zentraleuropas. / Finaler Todesstoß für grüne Donau: Bis zu 200 Inseln drohen zu verschwinden.

 

Über 1000 Kilometer der Donau sollen nach den Plänen der EU für die Schifffahrt ausgebaggert, reguliert oder gestaut werden. „Aus einem grünen Flusskorridor quer durch Europa soll eine begradigter Schiffs-Highway werden“, warnt Dorothea August vom WWF anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Donau-Kartenatlas. Nach der Auswertung von Sattelitenaufnahmen und historischem Kartenmaterial kommt der WWF zu dem Ergebnis, dass allein an der unteren Donau bereits 80 Prozent der ursprünglichen Auenlandschaften und Lebensräume zerstört wurden. Sollten die derzeitigen EU-Pläne umgesetzt werden, würden weitere einmalige Naturreservate mit seltenen Tier- und Pflanzenarten vernichtet werden. Allein an der unteren Donau drohten bis zu 200 Inseln, die größte davon mit einer Fläche von 400 Hektar, durch die Pläne der europäischen Union als Lebensraum zu verschwinden.  

 

„Die Umsetzung der EU-Pläne wären eine ökologisches Desaster für Zentral- und Osteuropa“, warnt WWF-Referentin Dorothea August. Gefährdet wären demnach mehrere internationale Großschutzgebiete, deren weltweite Bedeutung gleichbedeutend mit dem Amazonasgebiet oder der Serengeti sei. Von den Planungen betroffen wären die Donaulandschaft zwischen Straubing und Vilshofen in Deutschland und große Abschnitte der Mittleren Donau in Ungarn, Kroatien und Serbien. Als „besonders gravierend“ stuft der WWF die geplanten Ausbauten an der Unteren Donau in Rumänien und Bulgarien ein. Hier sollen ganze Seitenarme abgetrennt, Uferbefestigungen geschaffen und das Flussbett durch Dämme und Schwellen verengt werden. Hinzu komme das regelmäßige Ausbaggern der Fahrrinne. „Der WWF befürchtet verheerende Folgen für die einmalige biologische Vielfalt der Region“, sagt Dorothea August. So könne etwa der Beluga-Störe dann nicht mehr flussaufwärts zu seinen Laichgebieten wandern. Auch Pelikane und zahlreiche seltene Vogelarten, Sumpfschildkröte und Fischotter seien bedroht.  

 

Das EU-Ausbauprojekt ist nach Ansicht des WWF die Fortführung einer umweltfeindlichen Ausbaupolitik, die bereits vor 1990 in den damaligen Ostblockstaaten ihren Ursprung hat. Alleine die Versuche, das gigantische Donau-Delta, mit einer Gesamtfläche von 4.178 Quadratkilometern, landwirtschaftlich nutzbar zu machen, vernichteten fast ein Fünftel der wertvollen Naturflächen. „Sollte die EU ihr Ausbauvorhaben tatsächlich umsetzen, wäre das der finale Todesstoß für die grüne Donau“, warnt Dorothea August.

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