Geschenke an die Erde
Schutz im großen Stil

- Auch die Amur-Region im Fernen Osten Russlands wurde von staatlicher Seite als riesige Schutzgebiet ausgerufen und aufgrund dessen vom WWF als "Geschenk an die Erde" anerkannt. © WWF
Vor zehn Jahren wurde eine der größten globalen WWF-Initiativen aller Zeiten gestartet. Der bis Dezember 2005 amtierende Generaldirektor des WWF International, Claude Martin, zieht Bilanz.
Das weltweite Netzwerk des Lebens zu bewahren ist das Ziel der 1996 vom WWF gestarteten "Living Planet Campaign". Mit besonderen "Geschenken an die Erde" (Gifts to the Earth) haben seither 102 Regierungen, Unternehmen, Verbände und Bürger diese weltweite Kampagne unterstützt - durch die Ausweisung neuer Schutzgebiete, verbesserte Naturschutzgesetze und Verpflichtungen zur nachhaltigen Wirtschaftsweise.
Als der WWF International vor nunmehr zehn Jahren die Idee der "Gifts to the Earth" lancierte, ahnte keiner von uns, auf welches Gehör und auf wie viel Zustimmung sie bei den Entscheidungsträgern stoßen würde. Auch konnten wir kaum voraussehen, dass dieses einfache Instrument in den folgenden Jahren Naturschutzerfolge von globaler Bedeutung bringen würde.
Ursprünglich war die Idee Bestandteil der "Living Planet Campaign", einer Anstrengung des WWF, auf internationaler Ebene schnellere und größere Natur- und Umweltschutzerfolge zu erzielen, als dies der oft mühsame Weg über Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsinstanzen erlaubt. Die "Gifts to the Earth" sollten außerdem mithelfen, innerhalb des WWF-Netzwerkes neue Methoden der Kampagnenführung zu testen.
Was ein Geschenk ausmacht
Um als "Geschenk an die Erde", der höchsten WWF-Auszeichnung, anerkannt zu werden, muss der Naturschutzbeitrag neu und glaubwürdig zugleich sein. Er muss über das von nationaler oder internationaler Gesetzgebung vorgeschriebene Maß hinausgehen und ein echtes Bekenntnis zum Schutz der Natur darstellen. Für Politiker oder Wirtschaftsführer soll der Anreiz darin bestehen, ein überdurchschnittliches Vorhaben durchzusetzen, das über den Tag hinaus wirkt. Zugleich wird der Beitrag vom WWF öffentlich anerkannt und international bekannt gemacht.
Von 1996 bis zum Ende des Jahres 2005 wurden insgesamt 102 "Gifts to the Earth" registriert und gefeiert - im Durchschnitt etwa ein Geschenk pro Monat. Ein großer Teil des WWF-Netzwerkes war bei der Auswahl und Sicherung der Zusagen beteiligt. Sie kommen denn auch aus allen Kontinenten. Etwa zwei Drittel der Geschenke betreffen Schutzgebiete von insgesamt über 200 Millionen Hektar Wald, Feuchtgebieten und marinen Zonen mit hohem Wert für die Erhaltung der globalen biologischen Vielfalt. Das entspricht insgesamt der fünfeinhalbfachen Fläche Deutschlands.

